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Lateinischer Name: Ursa Minor |
Deutscher Name: Kleiner Bär |
UMi |
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Kleiner Bär
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| Kulmination um Mitternacht: |
| 13. Mai |
| Deklinationsbereich: |
| 66°N ... 90°N |
| Fläche am Himmel: |
| 256°2 |
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| Atlas (2000.0) | | Karte |
| Cambridge Star Atlas | : |
1 |
| Sky Atlas | : |
1, 2, 3 |
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Mythologie und Geschichte:
Ein Teil des Sternbilds Ursa Minor dürfte zumindest phönizischen
Ursprungs sein und diente dort der Navigation. Bis etwa 600 v. Chr. war das
Sternbild nicht in die Gruppe der griechischen Sternbilder aufgenommen und
wurde daher auch nicht von den griechischen Dichtern Homer und Hesiod
erwähnt. Die griechischen Seefahrer verwendeten dafür den
Grossen Bären als Navigationshilfe.
Das Sternbild des Drachen war damals
üppiger gestaltet, als wir es heute kennen, denn der Drache besass etwa
beim Stern alpha Draconis Flügel und war dadurch entsprechend seiner
mythologischen Bedeutung besonders eindrucksvoll. Der griechische Philosoph
Thales von Milet gruppierte die Sterne der Drachenflügel neu, wodurch ein
siebensterniges Sternbild entstand, das dem Grossen Wagen ganz ähnlich
war, nur in umgekehrter Richtung am Himmel stand. Dieser sogenannte Kleine
Wagen war eine einprägsame Navigationshilfe uns setzte sich daher
rasch durch.
Neben den Namen Ursa Minor, Kleiner Bär und Kleiner
Wagen sind auch die Bezeichnungen Ursa Phoenicia und Phoenice
verwendet worden. Die Übertragung des Namens "Kleiner Bär"
in die arabische Sprache hat zum Eigennamen Al Dubb al Asghar
geführt, der beim deutschen Astronomen Bayer Dhubb Elezguar und
beim englische Autor Chilmead Dub Alasgar geschrieben wurde. Die
früen nordischen Kulturen haben in diesem Sternbild den Kleinen
Streitwagen oder auch Thors Thron gesehen.
[bk20]
Sternbild:
Das Sternbild liegt zwischen Draco,
Cassiopeia und
Camelopardalis am Himmelsnordpol. Dieser
befindet sich zur Zeit nur etwa 0.8° vom hellen Stern Polaris entfernt. Ursa Minor hat
in etwa dasselbe Alignement wie sein großer Verwandter
Ursa Maior und ist dadurch leicht
erkennbar. Die Fläche des Sternbildes beträgt 256 Quadratgrad und das Zentrum
kulminiert jeweils etwa am 13. Mai um Mitternacht.
[bk9, bk15]
Bestimmung der visuellen Grenzgröße:
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Auffindkarte für die schwächsten, noch sichtbaren Sterne (die Helligkeitsangaben
stammen aus dem GSC und sind vermutlich nicht genau!)
Ein "Wow!"-Nachthimmel, der so klar und dunkel ist, daß die Milchstraße
von einem Horizont zum anderen verläuft und der Sternenzwischenraum schwarz und nicht blau
erscheint, ist selten geworden. Manchmal sind es nur noch wenige Nächte pro Jahr.
Die Qualität des Nachthimmels wird vorwiegend durch die Menge von Wassertröpfchen
und Staubpartikeln in der Atmosphäre bestimmt; dazu kommt noch die Aufhellung des Himmels
durch natürliches Licht (Sonne, Mond, Airglow) und künstliches Licht
(Straßenbeleuchtung, Reklamebeleuchtung, Disco Lightshows). Je stärker der Gehalt
der Atmosphäre an Wasser und Staub ist, desto anfälliger ist sie auf
Fremdbeleuchtung, da das Licht an diesen Partikeln gestreut wird. Das kann nachts bei Nebel
gut an Autoscheinwerfern und Straßenleuchten beobachtet werden.
Nebenstehende Abbildung zeigt Ursa Minor, da dieses Sternbild das ganze Jahr über
sichtbar ist und immer etwa gleich hoch am Himmel steht. Man wartet, bis das Auge völlig
dunkeladaptiert ist (ca. nach 30min) und versucht dann mit Hilfe der Karte die
schwächsten, gerade noch von bloßem Auge sichtbaren Sterne zu bestimmen. Wenn leicht
an den Sternen vorbeigeschaut wird (indirektes Sehen), können noch solche gesehen werden,
die bei direktem Anblick nicht oder kaum zu erkennen sind.
Interessante Objekte:
- Hellste Sterne:
- alpha Ursae Minoris, Polaris
- beta UMi, Kochab
- gamma UMi, Pherkad
- delta UMi
- epsilon UMi
- zeta UMi
- eta UMi
- Galaxien:
- NGC 3172: Polarissima Borealis
- UGC 9749: Ursa Minor Dwarf
- NGC 6217
| Literatur |
| [bk20] | | Sternbilder und ihre Mythen von Gerhard Fasching; Zweite, verbesserte Auflage; Springer Verlag Wien, New York; ISBN 3-211-82552-5 (Wien); ISBN 0-387-82552-5 (New York) |
| [bk9] | | Drehbare Sternkarte SIRIUS von H. Suter-Haug; Hallwag-Verlag, Bern |
| [bk15] | | Hartung's Astronomical Objects for Southern Telescopes by David Malin and David J. Frew; Melbourne University Press 1995; ISBN 0-522-84553-3 |