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Lateinischer Name:
Ursa Maior
Deutscher Name:
Grosser Bär
UMa

Grosser Bär

Karte
Benachbarte Sternbilder:
Boo Cam CVn Com Dra Leo LMi Lyn
Kulmination um Mitternacht:
11. März
Deklinationsbereich:
28°N ... 73°N
Fläche am Himmel:
1280°2
Atlas (2000.0) Karte
Cambridge Star Atlas: 1, 4
Sky Atlas: 1, 2, 5, 6, 7
Uebersichtskarte von Alfred Binggeli

Mythologie und Geschichte:

Der König der Götter, Zeus (Jupiter), verliebte sich - wie schon so viele Male - in eine schöne Frau. Seine neue Liebe war diesmal die hübsche Kallisto, die Tochter des grausamen Königs Lykaon von Arkadien. Kallisto wurde daraufhin schwanger und gebar einen Sohn, den Arkas.

Eines Tages war Zeus im Palast des Lykaon zum Essen eingeladen, doch Lykaon wollte prüfen, ob sein Gast tatsächlich der mächtige Zeus sei. Er zerstückelte seinen Enkel Arkas und setzte ihn dann Zeus als Mahlzeit vor. Dieser erkannte jedoch sofort das Fleisch seines armen Sohnes. In rasendem Zorn tötete er Lykaons Söhne mit einem Blitz und verwandelte Lykaon selbst in einen Wolf, den er an den Himmel versetzte, wo er von dem Zentauren in Schach gehalten wird. Dann fügte Zeus die Teile seines Sohnes wieder zusammen und übergab ihn der Plejade Maia, die ihn aufzog.

Als Zeus' eifersüchtige Gattin Hera von der erneuten Beziehung ihres Mannes erfuhr, verwandelte sie die arme Kallisto in eine Bärin. Arkas wuchs zu einem jungen, geschickten Jäger heran. Eines Tages begegnete er während der Jagd der Bärin. Kallisto erkannte ihren Sohn, konnte ihn aber nur mit einem Brummen begrüssen. Sie richtete sich auf, um ihn vor Freude zu umarmen. Arkas sah aber nur eine Bärin, deren Klauen und scharfe Zähne und wie sich bedrohlich aufrichtete. Er jagte sie sodann, welche in den Tempel des Zeus flüchtete. Dies war ein verbotener Ort und dessen Betreten wurde mit dem Tode bestraft. Zeus ergriff beide und versetzte die Bärin als Ursa Maior und Arkas als Bootes an den Himmel.

Nach einer anderen Interpretation derselben Geschichte, kam Zeus gerade im richtigen Augenblick dazwischen, als Arkas auf die Bärin traf und sie töten wollte. Er verwandelte Arkas ebenfalls in einen Bären, packte beide an ihren Schwänzen und schleuderte sie in den Himmel - Kallisto als den Grossen Bären und Arkas als den Kleinen Bären. Dies erklärt, warum die beiden Himmelsbären, im Gegensatz zu ihren irdischen Verwandten, so lange Schwänze haben. [bk20]

Einige nordamerikanische Indianerstämme sahen die Dinge unterschiedlich. Sie zeichneten auch einen Bären in Ursa Maior, sowie in den benachbarten Ursa Minor und nannten sie Okuri und Paukunawa, was beide Male soviel wie Bär heisst. Aber in der Mythologie der Irokesen hatten einst alle Bären lange Schwänze. Der irdische Bär verlor allerdings den seinen, als er damit versuchte, Fische durch ein Loch in der Eisdecke eines Sees zu fangen. Das Loch gefrohr und der Bär war gefangen. Um sich zu befreien, riss er sich selbst den Schwanz aus. Seit damals haben alle irdischen Bären nur noch ein kurzes Stummelschwänzchen.

Eine Blackfoot-Indianerlegende erzählt von einer älteren Tochter einer grossen Familie. Diese verliebte sich in einen Grizzly-Bären. Als ihr Vater dies erfuhr, wurde er wütend und veranlasste seine Söhne ihn zu töten. Aber dieser Bär war kein gewöhnlicher Bär, sondern ein magischer Bär und bevor er starb, gab er ein Teil seiner Magie an seine Braut weiter. Sie verwandelte sich sodann selbst in einen Grizzly-Bären und in Vergeltung um den Tod ihres Geliebten zerstörte sie ihr eigenes Dorf, tötete Vater und Mutter und machte dann Jagd auf ihre acht Geschwister. Doch einer dieser Geschwister besass selbst ein wenig Magie; er schoss einen Pfeil in den Himmel und sofort folgten alle acht Kinder und wurden zu Sternen am Himmel. Die sieben ältesten wurden zu den sieben Sternen des Grossen Wagens und die achte und jüngste war so ängstlich, dass sie sich ständig zu einem älteren Geschwister drängte und so zum kleinen Stern Alcor wurde, der nahe bei Mizar steht. [ay55]

Der grosse Bär zählt zu den bekanntesten Sternbildern und alle klassischen Schriftsteller haben über ihn geschrieben. In vielen Kulturkreisen war dieses Sternbild von Bedeutung und die Vielzahl der Namen legt hierüber ein eindrucksvolles Zeugnis ab.

Das griechische Wort für Bär lautet Arktos, wovon sich unser Begriff Arktis ableitet, weil dort der Grosse Bär immer zu sehen ist. [ay55] Die Römer haben offenbar nicht das ganze Sternbild gesehen, sondern nur jenen Teil, den wir heute Grosser Wagen nennen. Die sieben Sterne waren die Septemtriones (die 7 Dreschochsen), die ununterbrochen um die Drehachse des Himmelspoles laufen. Die Nordländer habend dieses Sternbild als Wodanswagen gedeutet und die Mitteleuropäer als Wagen des legendären Königs Arthur oder des Karl dem Grossen. Die Araber haben den Kasten des Grossen Wagens als Sarg gesehen, hinter dem die drei Klageweiber gehen.

Eine Auswahl von Namen sei hier aufgeführt: Kallisto, Virgo Nonacrina (arkadische Jungfrau), Tegeaea Virgo (tegeatische Jungfrau), Ursus (Bär), Arktus, Plaustrum (Lastwagen), Plostrum Magnum, Grosser Wagen, Karl Wagen, Wodanswagen, Himmelswagen, in Amerika Big Dipper (grosse Schöpfkelle), in Südfrankreich Casserole, Okuari (Bär) und andere. [bk20]

Die Flagge des Bundesstaates Alaska mit dem Grossen Wagen und dem Polarstern

Die sieben Sterne des Grossen Wagens und der Polarstern zieren auch die Staatsflagge von Alaska, welches der nördlichste Staat der U.S.A. ist. Von dort aus steht dieses Sternbild das ganze Jahr hindurch hoch über dem Horizont. Das Design stammte von einem dreizehnjährigen Waisenknaben namens John Bell (Benny) Benson. Er entwarf diese Flagge aufgrund eines staatenweiten Wettbewerbs, gesponsort vom Alaska Department of the American Legion. Der Preis wurde ihm im Jahre 1927 verliehen und im gleichen Jahr wurde sein Entwurf als die offizielle Flagge von Alaska eingeführt. [dq5]

Sternbild:

Ursa Maior ist mit 1280 Quadratgrad das drittgrösste Sternbild am Himmel. Das darin enthaltene Alignement des Grossen Wagens ist wohl das allgemein bekannteste. Die einen sehen darin auch eine grosse Schöpfkelle, welche im Sommer eintaucht und im Winter auskippt. In sehr dunklen und klaren Nächten des späten Winters und jungen Frühlings, wenn das Sternbild hoch am Himmel steht, ist auch der ganze Bär mitsamt Kopf, Vorder- und Hintertatzen sehr schön erkennbar. Verlängert man die letzten beiden Sterne des Wagenkastens alpha und beta Ursae Maioris um das Fünffache ihres Abstandes nach Norden, so stösst man auf Polaris, den Polarstern. Der geschwungene Bogen der Deichsel lässt sich weiterführen bis zu Arcturus im Sternbild Bootes und noch weiter bis zu Spica im Sternbild Virgo. Der zweite Deichselstern, Mizar, ist ein physischer Doppelstern, bildet aber zusammen mit dem schwächeren Alcor einen optischen Doppelstern. Das Zentrum von Ursa Maior kulminiert jeweils etwa am 11. März um Mitternacht. [bk9, bk15]

Interessante Objekte:

Hellste Sterne:
alpha Ursae Maioris, Dubhe (der Bär)
beta UMa, Merak (Lende)
gamma UMa, Phecda (Schenkel)
delta UMa, Megrez (Schwanzwurzel)
epsilon UMa, Alioth (Schwanz)
zeta UMa, Mizar (Gürtel)
eta UMa, Benetnasch, Alkaid (Chef der Trauergemeinde)
iota UMa, Talitha
lamda UMa, Tania Borealis
my UMa, Tania Australis
ny UMa, Alula Borealis
xi UMa, Alula Australis
pi2 UMa, Muscida
23 UMa
80 UMa, Alcor

Planetarische Nebel:
  • M 97 (NGC 3587): Owl Nebula

    Galaxien:
    NGC 2639
    NGC 2654
    NGC 2681
    NGC 2685: Helix Galaxy
    NGC 2693
    NGC 2701
    NGC 2742
    NGC 2768
    NGC 2787
    NGC 2841
    NGC 2880
    NGC 2950
    NGC 2976
    NGC 2998
    NGC 2985
  • M 81 & M 82 & NGC 3077
    NGC 3043
    NGC 3065
    NGC 3079
    NGC 3184
    NGC 3198
    NGC 3206
    IC 2574
    NGC 3259
    NGC 3310
    NGC 3319
    NGC 3320
    NGC 3353
    NGC 3359
    NGC 3348
    NGC 3415
    NGC 3445
    NGC 3448
    NGC 3458
    NGC 3478
    NGC 3516
    NGC 3549
  • M 108 (NGC 3556)
    NGC 3583
    NGC 3610
    NGC 3614
    NGC 3613
    NGC 3619
    NGC 3631
    NGC 3642
    NGC 3665
    NGC 3675
    NGC 3683
    NGC 3687
    NGC 3690
  • NGC 3718 & NGC 3729
    NGC 3726
    NGC 3738
    NGC 3756
    NGC 3769
    NGC 3780
    NGC 3782
    NGC 3813
    NGC 3877
    NGC 3888
    NGC 3893
    NGC 3894
    NGC 3898
    NGC 3917
    NGC 3938
    NGC 3941
    NGC 3945
    NGC 3949
    NGC 3953
    NGC 3963
    NGC 3982
    NGC 3985
  • M 109 (NGC 3992)
    NGC 3995
    NGC 3998
    NGC 4013
    IC 749
    IC 750
    NGC 4026
    NGC 4036
    NGC 4041
    NGC 4047
    NGC 4051
    NGC 4062
    NGC 4085
    NGC 4088
    NGC 4096
    NGC 4100
    NGC 4102
    NGC 4111
    NGC 4144
    NGC 4157
    NGC 4290
    NGC 4605
    NGC 4814
    NGC 5204
    NGC 5308
    NGC 5322
    NGC 5376
    NGC 5389
    NGC 5422
    NGC 5430
    NGC 5448
  • M 101 (NGC 5457)
    NGC 5473
    NGC 5474
    NGC 5480
    NGC 5485
    NGC 5585
    NGC 5631

    Quasare:
  • QSO 0957+561A/B: Twin Quasar



  • Literatur
    [bk20] Sternbilder und ihre Mythen von Gerhard Fasching; Zweite, verbesserte Auflage; Springer Verlag Wien, New York; ISBN 3-211-82552-5 (Wien); ISBN 0-387-82552-5 (New York)
    [ay55] The Starry Sky: Ursa Maior by Deborah Byrd; Astronomy 5/94, p.82
    [dq5] Flags of the World (FOTW) Web Site; http://fotw.digibel.be/flags/
    [bk9] Drehbare Sternkarte SIRIUS von H. Suter-Haug; Hallwag-Verlag, Bern
    [bk15] Hartung's Astronomical Objects for Southern Telescopes by David Malin and David J. Frew; Melbourne University Press 1995; ISBN 0-522-84553-3


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    11.01.2008 22:38 Uhr, Bernd Nies

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