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Deep-Sky Corner
Deep-Sky Corner / Sgr / Kugelsternhaufen M 22 (NGC 6656) Sgr

Rektaszension:
18h 36m 24s
Deklination:
-23° 54' 00"
Atlas (2000.0)
Karte
Cambridge Star Atlas
12,18
Sky Atlas
22
Uranometria Vol. II
340
Starchart at CalSKY.com

Objektdaten:

Abb.1: 30'x30' Ausschnitt aus dem STScI Digitized Sky Survey [si1]

Messier 22 zählt zu den prächtigsten Kugelsternhaufen des gesamten Himmels und übertrifft an Grösse und Helligkeit gar M 13 im Sternbild Herkules. M 22 wird lediglich noch von Omega Centauri und 47 Tucanae übertroffen.

Die Entdeckung von M 22 wird oft dem obskuren deutschen Astronomen Abraham Ihle im Jahre 1665 zugeschrieben. Nahezu nichts scheint über Ihle bekannt zu sein. Es wurde sogar angenommen, dass der Name ein Fehldruck von "Hill" sei. Admiral Smyth erwähnte die Tatsache, dass Abraham Hill ein Mitglied des ersten Rats der British Royal Society war und sich nur oberflächlich mit Astronomie befasste. Hevelius schien den Haufen noch vor 1665 bemerkt zu haben. Halley erwähnte M 22 im Jahre 1716 und LeGentil beobachtete ihn 1747 mit einem Teleskop von 18 Fuss Brennweite und beschrieb ihn als "sehr unregelmässig, langhaarig und eine Art Lichtstrahlen in alle Richtungen verstreuend". 1752 verglich Lacaille M 22 mit dem Kern eines Kometen und Messier sah schliesslich 1764 das 22. Objekt seiner Liste als "runden Nebel ohne Sterne in der Nähe von 25 Sagittarii".

William Herschel war seinerzeit der erste, der in M 22 einen dichten Haufen schwacher Sterne erkannte. Sein Sohn John beschrieb ihn als einen "prächtigen Kugelsternhaufen, graduell zum Zentrum hin heller werdend, sich jedoch nicht zu einem Kern verdichtend. Alle Sterne besitzen zwei Helligkeiten: 10./11. und 15. Grösse, wie eine Schale über der anderen. Grössere Sterne erscheinen rötlich".

M 22 ist einer der am einfachsten aufzulösenden Kugelsternhaufen. Die Population wird auf etwa eine halbe Million Sterne geschätzt. Die Form von M 22 ist elliptisch. Entlang der langen Achse befinden sich etwa 30% mehr Sterne als entlang der kurzen Achse. Die lange Achse zeigt in Richtung Positionswinkel 25°. Im Haufen wurden mindestens 32 kurzperiodisch veränderliche Sterne des RR-Lyrae-Typs gezählt. Einige längerperiodische des Mira-Typs scheinen nicht echte Mitglieder dieses Haufens zu sein.

Ohne Zweifel handelt es sich bei M 22 um einen der am nächsten gelegenen Kugelsternhaufen und liegt wesentlich n&aum;her als jeder Haufen des nördlichen Himmels. Das Licht von M 22 wird durch interstellares Material um etwa 1.8 Magnituden geschwächt, was eine genaue Entfernungsmessung schwierig gestaltet. Dies berücksichtigt, wird die Entfernung auf etwa 9600 bis 10'000 Lichtjahre geschätzt. Den wahren Durchmesser des Haufens zu bestimmen, ist auch wegen der vielen feinen Sterne ebenfalls nicht leicht zu bestimmen. Vermutlich misst der Haufen etwa 50 Lichtjahre im Durchmesser. M 22 liegt ebenfalls nahe der galaktischen Hauptebene und nur ein Grad von der Ekliptik entfernt, so dass der Haufen ab und zu mit einem Hellen Planet im selben Blickfeld gesehen werden kann.

Kugelsternhaufen:
M 22, NGC 6656
R.A.
18h 36m 24s
Dec.
-23° 54' 00"
v Mag.
5.1m
Diam.
24'
Conc.
7

Auffindtip für Messier 22:


Karte mithilfe von TheSky [pr2] erstellt.


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20.12.2006 23:37 Uhr, Bernd Nies

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