|
Rektaszension:
15h 18m 36s
|
Deklination:
+02° 05' 00"
|
| Atlas (2000.0) |
Karte |
| Cambridge Star Atlas |
11, 12 |
| Sky Atlas |
14, 15 |
| Uranometria Vol. I+II |
244 |
|
| Starchart at CalSKY.com |
Objektdaten:
|
Abb.1: 30'x30'-Ausschnitt aus dem STScI Digitized Sky Survey
[si1]
Die Entdeckung des Kugelsternhaufens Messier 5 wird dem deutschen Astronomen
Gottfried Kirch zugeschrieben, der 1705 Direktor des Königlichen Observatoriums in
Berlin wurde. Aus den Aufzeichnungen seiner Frau Marie Margarethe geht hervor, dass die
Entdeckung in der Nacht des 5. Mai 1702 stattfand, während Kirch Ausschau nach einem
Kometen hielt. Kirch war ebenfalls der Entdecker des langperiodisch Veränderlichen
chi Cygni, des prächtigen Sternhaufens M 11 in der
Schildwolke und des Grossen Kometen von 1680. Charles Messier entdeckte den Kugelsternhaufen
im Mai des Jahres 1764 auf ein neues und nahm ihn als fünftes nebelhaftes Objekt in
seine berühmte Liste auf. Wie bei fast allen Kugelsternhaufen konnte er erstmals 1791
von Sir William Herschel in Einzelsterne aufgelöst werden.
Der Sternhaufen zeigt eine mittlere Radialgeschwindigkeit von etwa 50 km/s. Die Entfernung
von M 5 wird auf etwa 26'000 bis 27'000 Lichtjahre geschätzt, etwas weiter entfernt als
M 13. Diese beiden Kugelsternhaufen erscheinen nahezu identisch
in Grösse und Leuchtkraft. Die Population beider Haufen wird auf mehr als eine halbe
Million Sterne geschätzt, wobei die meisten auf diese grosse Distanz gar nicht auszumachen
sind. Unsere Sonne in derselben Entfernung wie M 5 erschiene uns als ein winziges Sternchen
von 19.4 mag. Dies sagt uns, dass die hellsten Sterne des Haufens gewaltige Riesen mit der
absoluten Helligkeit von -3 oder -3.5 mag sein müssen. Die wahre Leuchtkraft eines solchen
Sternes beträgt rund das 2000fache unserer Sonne. M 5 emmitiert die Lichtmenge von etwa
einer Viertelmillion Sonnen.
Die Form von M 5 ist nicht kugelrund, sondern etwa 10 Prozent elliptisch; die längere
Achse nach Positionswinkel 50° geneigt. Es macht sich auch eine leicht unregelmässige
Verteilung der hellsten Sterne bemerkbar, wenn man M 5 mit einem typisch «glatten»
Kugelsternhaufen wie Omega Centauri vergleicht. Radiale Sternketten fallen in den Randbezirken
des Haufens auf und geben etwas den Eindruck einer Spiralform.
Der Stern 5 Serpentis befindet sich etwa 20 Bogenminuten in Richtung SSE. Dabei
handelt es um ein Dreifach-Sternsystem. Begleiter B ist 10.1 mag hell und befindet sich in
11.2" Entfernung auf PA 36°. Begleiter C hat eine Helligkeit von 9.1 mag und liegt
bei PA 40° 127.2" weit entfernt.
| Kugelsternhaufen:
M 5, NGC 5904 |
| R.A.
15h 18m 36s
|
Dec.
+02° 05' 00"
|
v Mag.
5.7m
|
Diam.
17.4'
|
Conc.
5
|
Auffindtip für Messier 5
Im östlichen Teil des Sternbildes
Virgo stehen die beiden weniger
auffälligen Sterne 109 Virginis (3.8mag) und der schwächere
110 Virginis (4.6mag). Diese Verbindungslinie um die gleiche Strecke
nach Osten verlängert verrät die Position des Kugelsternhaufens
Messier 5, welcher sich in unmittelbarer Nähe vom 5.2mag schwachen
Stern 5 Serpentis Cauda befindet. In klaren, dunklen Nächten ist
dieser Stern auch von blossem Auge auszumachen.

Karte mithilfe von TheSky [pr2] erstellt.