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Lateinischer Name: Pisces |
Deutscher Name: Fische |
Psc |
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Fische
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| Kulmination um Mitternacht: |
| 27. September |
| Deklinationsbereich: |
| 6°S ... 34°N |
| Fläche am Himmel: |
| 889°2 |
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| Atlas (2000.0) | | Karte |
| Cambridge Star Atlas | : |
2, 8, 13 |
| Sky Atlas | : |
4, 10, 17 |
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Mythologie und Geschichte:
In der antiken griechischen Mythologie repräsentieren diese Fische
Aphrodite und ihren Sohn Eos. Beide waren gerade am schwimmen, als ein Monster,
Typhen, pötzlich erschien und ihnen Furcht einflösste. Um den Monster
zu entkommen verwandelten sich die beiden in Fische, durch ein Band
zusammengehalten, so dass sie nicht getrennt würden. Um die Erinnerung an
diesen Augenblick zu erhalten, wurden die beiden an das Himmelsgewölbe
gesetzt. [ay109]
Eine andere Version dieser Geschichte schildert, wie Giganten, riesenhafte
Söhne der Erde einst den Himmel stürmen wollten. Besonders Typhon,
ein Riese mit hundert Armen, versetzte die Himmelsbewohner in Angst und
Schrecken. Alle flohen und die Himmlischen versuchten sich zu verstecken,
indem sie irdischen Gestalten annahmen. Zeus verwandelte sich ein einen
Leithammel, Apollon in einen Raben, Dionysos in einen Bock, Artemis in eine
Katze und Hera in eine weisse Kuh. In diesem Wirrsinn haben sich zwei Fische,
die sich im Euphrat tummelten, den Göttern als besonders hilfreich
erwiesen:
Als Zeus mit Waffen den Himmel verteidigte, kam Aphrodite, nur von ihrem
kleinen Sohn Cupido begleitet, auf der Flucht vor dem grimmigen Typhon an den
Euphrat und liess sich am Ufer des palästinischen Stromes nieder. Oben
säumten Schilf und Pappeln seine Ufer, und die Weiden liessen auf ein
himmlisches Obdach hoffen. Als sie sich verborgen hatten, sang der Wind im
Wald. Aphrodite wurde bleich vor Schreck und glaubte, Häscher des
Feindes seien da. Sie presste ihren Knaben an die Brust und rief die Nymphen um
Schutz. Ohne Zaudern sprang sie dann ins Wasser. Da boten zwei Fische ihren
Rücken, wofür sie jetzt die Sterne als ein würdiges Geschenk
besitzen. [bk7, bk20]
In den Alfonsinischen Tafeln (1215) ist dieses Sternbild mit Pesces
bekannt. In der Ausgabe des ptolemäischen Almagest von 1515 liest man
Echiguen, bzw. beim deutschen Astronomen Bayer (1572-1625)
Ichiguen. Beide Bezeichnungen sind verstümmelte Worte für den
griechischen Ausdruck Ichthues (Fisch). Die Römer haben die Fische
oft als Imbrifer Duo Pisces, als die beiden regenbringenden Fische
bezeichnet, aber auch Gemini Pisces und Piscis Gemellus, also
als Fischpaar. Die Erzählung von den beiden Göttern, die sich aus
Furcht vor dem Riesen Typhon in den Euphrat stürzten, wiederspiegelt sich
in den Bezeichnungen Venus et Cupido, Venus Syria cum Cupidine
und Venus cum Adone.
Im christlichen Denkbereich erinnern die Fische an das Wunder Christi
anlässlich der Speisung tausender Menschen. Die Fische waren darüber
hinaus ein altes Symbol des christlichen Glaubens.
[bk20]
Der Stern von Betlehem:
Etwa zu Beginn des 6. nachchristlichen Jahrhunderts versuchte der in Rom
lebende skythische Mönch Dionysius Exiguus etwas Ordnung in die wirre
Jahreszählung der verschiedensten Völker Europas und des Nahen Ostens
zu bringen. Er beschloss daher das Jahr der Geburt Christi als Beginn für
eine fortlaufende Jahreszählung zu verwenden. Er rechnete anhand von
Ostertafeln, die seit dem 3. Jahrhundert im Umlauf waren und die Daten
künftiger Osterfeste enthielten, die Jahre zurück und kam so auf ein
Datum, das sich aber nach heutigem Vollzug dieser Rechnung als rund sechs Jahre
zu spät erwies. [dq3]
Im Jahre 6 v. Chr. (oder -7 nach astronomischer Zählung) kam es im
Sternbild Pisces zu einer seltenen dreifachen Konjunktion zwischen Jupiter und
Saturn. Die erste dieser drei Konjunktionen fand am 29. Mai 6 v. Chr. mit
1° Winkelabstand statt, die zweite am 1. Oktober ebenfalls mit 1°
und die dritte am 5. Dezember mit 1.1° (Julianischer Kalender).
[pr2] Konjunktionen zwischen Jupiter und
Saturn treten zwar rund alle 20 Jahre auf, doch sind die wenigsten gleich
dreifach mit derart geringem Winkelabstand.
Diese beiden Tatsachen lassen mit ziemlicher Sicherheit darauf
rückschliessen, dass jene Jupiter-Saturn-Konjunktion als der Stern
von Bethlehem in die Geschichte und christliche Glaubenswelt einging.
Die Assoziation mit einem Kometen, wie ihn 1304 der Florentier Meister
Giotto di Bondone in einem Fresko darstellte, scheint eher
unwahrscheinlich, da Kometen früher von sehr vielen Kulturen als
schlechtes Omen oder gar Boten des Unheils angesehen wurden. [bk27] Eine Supernova kommt aufgrund fehlender Überreste
aus jener Zeit im Sternbild der Fische ebenfalls nicht in Frage.
Sternbild:
Das Sternbild besteht vorwiegend aus schwächeren Sternen von
durchschnittlich 4. Größe und stellt zwei Fische dar, die an
ihren Schwänzen verknotet sind. Der Knoten selbst wird durch den Stern
alpha Piscium markiert. Pisces liegt südlich und südöstlich
von Pegasus und südlich von Andromeda. Das auffälligste Merkmal
dieses unscheinbaren Sternbildes ist eine Ellipse aus sieben schwachen
Sternen südlich des Pegasus-Rechtecks. Pisces bedeckt eine Fläche
von 889 Quadratgrad und das Zentrum kulminiert jeweils etwa am 27. September
um Mitternacht. [bk9, bk15]
Interessante Objekte:
- Hellste Sterne:
- alpha Piscium, Al Rischa (Knoten)
- beta Psc
- gamma Psc
- zeta Psc
- eta Psc
- kappa Psc
- rho Psc
- psi1 Psc
- 19 Psc
- Galaxien:
- NGC 7541
- NGC 7619
- NGC 7626
- NGC 7679
- NGC 7716
- NGC 7782
- NGC 7785
- NGC 95
- NGC 128
- NGC 470
- NGC 474
- NGC 488
- NGC 514
- NGC 520
- NGC 524
- M 74, NGC 628
- NGC 718
- NGC 741
| Literatur |
| [ay109] | | The Starry Sky: Pisces by Deborah Byrd; Astronomy 10/95, p.62 |
| [bk7] | | Der grosse Kosmos-Himmelsführer von Ian Ridpath und Wil Tirion; Kosmos Verlag; ISBN 3-440-05787-9 |
| [bk20] | | Sternbilder und ihre Mythen von Gerhard Fasching; Zweite, verbesserte Auflage; Springer Verlag Wien, New York; ISBN 3-211-82552-5 (Wien); ISBN 0-387-82552-5 (New York) |
| [dq3] | | Europas Uhr geht sechs Jahre nach von Barbara S. Eisenbeiss; MUSEION 2000, Glaube, Wissen, Kunst in Geschichte und Gegenwart; 6/94, S. 32 |
| [pr2] | | TheSky for Windows, Version 2.11, Level IV; Software Bisque; 912 Twelfth Street; Suite A; Golden, Colorado 80401, USA; http://www.bisque.com/thesky/ |
| [bk27] | | Der Komet von Carl Sagan und Ann Druyan; Buchclub Ex Libris Zürich |
| [bk9] | | Drehbare Sternkarte SIRIUS von H. Suter-Haug; Hallwag-Verlag, Bern |
| [bk15] | | Hartung's Astronomical Objects for Southern Telescopes by David Malin and David J. Frew; Melbourne University Press 1995; ISBN 0-522-84553-3 |