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Lateinischer Name: Perseus |
Deutscher Name: Perseus |
Per |
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Perseus
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| Kulmination um Mitternacht: |
| 7. November |
| Deklinationsbereich: |
| 30°N ... 59°N |
| Fläche am Himmel: |
| 615°2 |
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| Atlas (2000.0) | | Karte |
| Cambridge Star Atlas | : |
2, 3 |
| Sky Atlas | : |
1, 4, 5 |
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Mythologie und Geschichte:
Akrisios war der König von Argos und hatte eine hübsche Tochter namens Danae. Das
Orakel von Delphi prophezeite ihm, sein Enkelsohn werde ihn einst töten. Aus Furcht
vor diesem Orakelspruch liess Akrisios seine Tochter Danae in einen Turm
einschliessen, damit sie keinen Mann empfangen könne. Akrisios konnte natürlich
nicht wissen, dass Zeus selbst sich der liebreizenden Danae nähern wollte. Zeus tat
dies auch und nahm dazu die Form eines goldenen Regens an, der durch die Wände, Fugen,
Ritzen und Fenster drang. Danae gebar einen Sohn, welcher "Der aus fliessendem Gold
entstandene" oder auch "Der Goldgeborene" genannt wurde - eben den Perseus.
Akrisios blieb dies natürlich nicht lange verborgen und er liess seine Tochter und
sein Enkelkind in einen Kasten einnageln, der dann ins Meer geworfen wurde.
Danae und Perseus trieben lange Zeit auf dem Meer, bis sie schliesslich an
der Küste der steinigen Insel Seriphos strandeten und aus ihrem
Gefängnis befreit wurden. Auf dieser Insel herrschte Polydektes, der bald
jahrelang um die schöne Danae warb, jedoch vergebens. Entweder um Danae
doch noch zur Ehe zu zwingen oder um Perseus aus dem Weg zu schaffen, schickte
er den inzwischen zum Jüngling herangewachsenen Sohn der Danae aus, eine
tödliche Aufgabe zu erledigen. Er solle das Haupt der Medusa zu holen.
Die Medusa war eine der Gorgonen, eine der drei Töchter des Phorkys, die mit
Schlangenhaaren ausgestattet waren und einen versteinernden Blick werfen konnten. Zwei dieser
Töchter waren unsterblich, die Medusa dagegen sterblich. Dieser Vater hatte aber auch noch
drei weitere Töchter, die Graien, "die Uralten", die alle zusammen nur ein
einziges Auge und einen einzigen Zahn besassen, welche sie sich wechselweise leihen
mussten, sofern Bedarf bestand.
Mit Hilfe der Flügelschuhe des Hermes, der Hadeskappe, welche undurchdringliche Nacht
verbreitete und des Sichelschwertes des hinkenden Feuer- und Schmiedegottes Hephaistos, gelang
es Perseus die Graien zu überwinden. Er nahm ihnen ihr einziges Auge weg, als einmal die
zweite der drei Schwestern einmal etwas sehen wollte. So wurde der Weg frei und er drang, die
Hadeskappe über den Kopf gezogen, bei den Gorgonen ein. Perseus achtete sorgsam darauf,
die Medusa nicht direkt anzusehen, sondern nur ihr Spiegelbild in seinem blank poliertem Schild
- sonst wär er sofort zu Stein erstarrt. Auf diese Weise gelang es ihm, die von Poseidon
schwangere Medusa zu enthaupten. Aus dem toten Körper entsprang sodann das
geflügelte Pferd Pegasos. Auch der schon ganz
erwachsene Krieger Chrysaor mit einem goldenen Schwert in der Hand entstieg ihrem toten
Körper. Perseus steckte das noch bluttriefende Gorgonenhaupt in den Zaubersack und
entkam mit Hilfe der Hadeskappe, die tiefe Finsternis rundherum verbreitete.
Perseus kam auf seinem Weg zurück an der Küste Äthiopiens vorbei. Dort war
die schöne Andromeda - die Tochter der Königin
Kassiopeia und des Königs Kepheus - hilflos und fast nackt, nur mit ein paar
Schmuckstücken bekleidet, an einen Felsen angekettet. Ihr näherte sich ein
fürchterliches Meeresungeheuer mit der Absicht, sie
zu verschlingen. Perseus verliebte sich sofort in die schöne Prinzessin. Er ergriff die
Gunst der Gelegenheit und forderte von Andromedas Vater, König
Kepheus von Äthiopien, die Hand seiner Tochter und
ein eigenes Königreich für deren Rettung. Dieser willigte, bangend um das Leben
seiner Tochter, ein. Daraufhin zog Perseus seine geflügelten Schuhe an und eilte durch
die Lüfte in Richtung Meerungeheuer. Sein ganzes Handeln war darauf abgestimmt, die
Aufmerksamkeit dieses Mädchens auf sich zu lenken. Die Befreiung vollzog nur mit dem Schwert
bewaffnet. [bk20] Verbreiteter ist jedoch die Variante,
in der er den Kopf der Medusa aus dem Sack holte und das Meeresungeheuer zu
einem Felsen im Meer versteinerte. [ay47]
Perseus eilte zu seiner Heimatsinsel Seriphos zurück und erschien vor
Polydektes. Er schrie: "Hier ist Dein Geschenk!" und hielt das Haupt der Medusa
hoch. Augenblicklich erstarrten der König und seine Gefolgsleute zu Stein.
Perseus kehrte zu seiner Geliebten Andromeda zurück und heiratete sie.
Beide lebten lange und glücklich und hatten viele Kinder. Einer ihrer
Urenkel war Herkules. Als Perseus starb
wurde ihm am Himmel ein Platz unter den Sternen gewährt: Sein Schwert
hochgestreckt und in der anderen Hand den teuflischen Kopf der Medusa haltend,
dass sie für alle Zeiten auf die Menschheit blicke.
[ay47]
An die Erzählung erinnern manche Namen wie Perseus, Perseus et Caput Medusae,
Victor Gorgonei monstri, Gorgonifer und Träger des Medusenkopfes.
Auch dieses Sternbildung erlangte eine Umwandlung in biblisch orientierte Bilder wie David
mit dem Kopf von Goliath und Apostel Paulus mit Schwert und Buch.
[bk20]
Sternbild:
Perseus liegt östlich von Andromeda und
südöstlich von Cassiopeia. Das Band der
Milchstraße verläuft durch dieses Sternbild und wird dort von einer großen
Staubwolke verdunkelt. Perseus ist trotz seiner ruhmreichen Sage ein figürlich schwer
verständliches Sternbild. Das auffälligste ist die kleine, längliche
Sterngruppierung um Algenib herum. Südlich dessen liegt der helle, kurzperiodisch
veränderliche Stern Algol, der deshalb auch Teufelsauge genannt wird und
den abgeschlagenen Medusenkopf repräsentiert. Die Fläche des Sternbilds beträgt
615 Quadratgrad und das Zentrum kulminiert jeweils etwa am 7. November um Mitternacht.
[bk9, bk15]
Interessante Objekte:
- Hellste Sterne:
- alpha Persei, Algenib (Seite), Mirfak (Ellbogen)
- beta Per, Algol (Der Teufelsstern)
- gamma Per
- delta Per
- epsilon Per
- zeta Per, Menkib
- eta Per, Miram
- omikron Per, Atik
- rho Per
- Offene Sternhaufen:
- NGC 869 & NGC 884: h & chi Persei, Double Cluster
- NGC 957
- M 34, NGC 1039
- NGC 1220
- Kg 5
- NGC 1245
- NGC 1342
- NGC 1513: Ring Cluster
- NGC 1528
- Planetarische Nebel:
- M 76, NGC 650: Little Dumbbell, Cork Nebula
- IC 351
- IC 2003
- Helle diffuse Nebel:
- NGC 1333
- IC 348 (um omicron Persei)
- NGC 1491
- NGC 1499: California Nebula
- GK-N1901: Nova Persei 1901
- NGC 1579
- NGC 1624
- Galaxien:
- NGC 1023
- NGC 1058
- NGC 1169
- NGC 1175
- NGC 1270
- NGC 1275: Perseus A
- NGC 1465
| Literatur |
| [bk20] | | Sternbilder und ihre Mythen von Gerhard Fasching; Zweite, verbesserte Auflage; Springer Verlag Wien, New York; ISBN 3-211-82552-5 (Wien); ISBN 0-387-82552-5 (New York) |
| [ay47] | | The Starry Sky: Perseus by Deborah Byrd; Astronomy 2/94, p.52 |
| [bk9] | | Drehbare Sternkarte SIRIUS von H. Suter-Haug; Hallwag-Verlag, Bern |
| [bk15] | | Hartung's Astronomical Objects for Southern Telescopes by David Malin and David J. Frew; Melbourne University Press 1995; ISBN 0-522-84553-3 |