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Lateinischer Name: Hydra |
Deutscher Name: Wasserschlange |
Hya |
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Wasserschlange
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| Kulmination um Mitternacht: |
| 9. Februar |
| Deklinationsbereich: |
| 35°S ... 7°N |
| Fläche am Himmel: |
| 1303°2 |
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| Atlas (2000.0) | | Karte |
| Cambridge Star Atlas | : |
10, 16, 17 |
| Sky Atlas | : |
12, 13, 20, 21 |
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Mythologie und Geschichte:
Bei der nördlichen Wasserschlange überlagern sich zwei verschiedene Bilder aus der
griechischen Mythologie.
Das erste Bild zeugt von der eher harmlosen Wasserschlange aus der Geschichte des
Raben:
Der Rabe wurde von Apollon ausgesandt, um mit einem goldenen
Becher frisches Quellwasser
zu holen. Stattdessen tat sich dieser an Feigen gütlich und trug bei seiner Rückkehr
die Wasserschlange in seinen Fängen, als angebliche Begründung für seine
Verspätung. Um jedermann an diese Untat zu erinnern, wurden der Rabe samt Becher und
Wasserschlange am Himmel zur Schau gestellt.
Von einem ganz anderen Schlag war die Wasserschlange, mit der
Herakles zu tun hatte:
In einem Sumpf in der Nähe von Lerna, einem See und einer Stadt an der Küste von
Argo, hauste ein unsagbar gefährliches und gräßliches Untier. Diese Schlange
soll mehrere Köpfe gehabt haben. Fünf sollen es gewesen sein, aber manche sprechen
auch von sechs, neun, ja fünfzig oder hundert Köpfen, aber in jedem Falle war der
Kopf in der Mitte unverwundbar. Fürchterlich war es, da diesen gräßlichen
Mäulern - ob die Schlange nun schlief oder wachte - ein fauliger Atem, ein Hauch entwich,
dessen Gift tödlich war. Kaum schlug ein todesmutiger Mann dem Untier einen Kopf ab,
wuchsen auf der Stelle zwei neue Häupter hervor, die noch furchterregender waren.
Eurystheus, der König von Argos, beauftragte Herakles in seiner zweiten Aufgabe diese
lernäische Wasserschlange zu töten.
Also zog Herakles aus und sein Neffe Iolaos, ein tüchtiger kalydonischer Jäger,
begleitete ihn. Er versuchte als erstes mit Brandpfeilen die Schlange aus ihrem Schlupfwinkel
zu vertreiben, dann wollte er ihr mit der riesenhaften Keule ans Leben, doch erfolglos. Auch
das messerscharfe Sichelschwert half nicht viel, denn jeder Kopf wuchs nach - nicht bloß
einfach, sondern gleich zweifach. Herakles schickte Iolaos in den Wald, um dort ein Feuer zu
entfachen, damit Brandfackeln gebracht werden können. Er preßte die Fackeln auf die
frisch geschlagene Wunden und verhinderte somit ein erneutes Nachwachsen. Beinahe wäre
auch dieser Angriff vereitelt worden, denn Hera haßte aus tiefstem Herzen den
unehelichen Sohn ihres Gatten Zeus und sandte einen großen Krebs,
der den Helden in
dieser gefährlichen Situation in die Ferse stach. Doch Herakles zertrat das Tier und
schleuderte es weg. Er und sein Neffe enthaupteten schließlich die Schlange vollends und
befreiten die Stadt Lerna dadurch vor einer großen Gefahr. Herakles tauchte dann seine
Pfeilspitzen in das giftige Blut, das aus den Hälsen der Schlange quoll. Seine Pfeile
waren fortan noch viel gefährlicher, als sie es vorher schon waren.
Die Nördliche Wasserschlange wird auch als Weibliche Wasserschlange und als
Große Wasserschlange bezeichnet und trägt auch die lateinischen Namen
Hydra, Hydra et Crater oder Hydra et Corvus. Früher existierte das
Sternbild Faelis, Felis bzw. Katze südlich von der Nördlichen
Wasserschlange, wird aber heute nicht mehr anerkannt. [bk20]
Sternbild:
Hydra ist mit einer Fläche von 1303 Quadratgrad das größte und mit rund sieben
Stunden in Rektaszension auch das längste Sternbild am Himmel. Aufgrund der jedoch
zahlreichen lichtschwachen Sterne ist es nur nur schwer zu identifizieren. Neben Alphard, dem
hellsten Stern, der das Herz der Wasserschlange darstellt, ist nur noch der aus einer Gruppe
von sechs Sternen bestehende Kopf leicht zu finden. Der Kopf der Hydra liegt südlich von
Cancer. Der Körper taucht unter den Äquator und
windet sich nach Osten, südlich von
tans,
Crater, Corvus,
Virgo bis zur Libra,
wo der Schwanz zu finden ist. Alphard kulminiert jeweils etwa am 9. Februar um Mitternacht.
[bk9, bk15]
Interessante Objekte:
- Hellste Sterne:
- alpha Hydrae, Alphard (Der Alleinstehende)
- beta Hya
- gamma Hya
- 54 Hya
- R Hya
- U Hya
- Offene Sternhaufen:
- M 48, NGC 2548
- Kugelsternhaufen:
- M 68, NGC 4590
- NGC 5694
- Planetarische Nebel:
- NGC 2610
- NGC 3242: Ghost of Jupiter
- Galaxien:
- NGC 2642
- NGC 2713
- NGC 2763
- NGC 2781
- NGC 2784
- NGC 2811
- NGC 2815
- NGC 2835
- NGC 2848
- NGC 2855
- NGC 2865
- NGC 2889
- NGC 2902
- NGC 2907
- NGC 2924
- NGC 2935
- NGC 2962
- NGC 2983
- NGC 2986
- NGC 2989
- NGC 2992
- NGC 2993
- NGC 3052
- NGC 3054
- NGC 3078
- NGC 3081
- NGC 3091
- NGC 3109
- NGC 3124
- NGC 3145
- NGC 3200
- NGC 3203
- NGC 3242
- NGC 3285
- NGC 3309
- NGC 3311
- NGC 3312
- NGC 3390
- NGC 3464
- NGC 3585
- NGC 3621
- NGC 3673
- NGC 3717
- NGC 3885
- NGC 3904
- NGC 3923
- NGC 3936
- IC 2995
- NGC 4105
- NGC 4106
- IC 764
- NGC 4304
- NGC 5061
- NGC 5078
- NGC 5085
- NGC 5101
- NGC 5135
- NGC 5150
- M 83, NGC 5236
- NGC 5328
- IC 4351
- NGC 5464
- NGC 5556
- NGC 5592
| Literatur |
| [bk20] | | Sternbilder und ihre Mythen von Gerhard Fasching; Zweite, verbesserte Auflage; Springer Verlag Wien, New York; ISBN 3-211-82552-5 (Wien); ISBN 0-387-82552-5 (New York) |
| [bk9] | | Drehbare Sternkarte SIRIUS von H. Suter-Haug; Hallwag-Verlag, Bern |
| [bk15] | | Hartung's Astronomical Objects for Southern Telescopes by David Malin and David J. Frew; Melbourne University Press 1995; ISBN 0-522-84553-3 |