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Lateinischer Name: Gemini |
Deutscher Name: Zwillinge |
Gem |
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Zwillinge
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| Kulmination um Mitternacht: |
| 4. Januar |
| Deklinationsbereich: |
| 10°N ... 35°N |
| Fläche am Himmel: |
| 514°2 |
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| Atlas (2000.0) | | Karte |
| Cambridge Star Atlas | : |
3, 9 |
| Sky Atlas | : |
5, 6, 11, 12 |
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Mythologie und Geschichte:
Castor und Pollux waren schon in vielen Kulturen als Zwillinge bekannt. Manchmal wurden sie
auch Die Dioscuri oder die Söhne des Zeus, des Königs der Götter
bezeichnet. Ihre Mutter war die wunderschöne Leda, der Zeus in der Gestalt eines Schwans
erschien. Pollux besass eine unsterbliche Seele; bei seinem Tode war ihm ein Zuhause auf
dem Olymp zugesprochen. Castor jedoch war sterblich.
Einige sagten, Castors Vater wäre nicht der mächtige Zeus gewesen, sondern der
irdische König Tyndareos von Sparta. Somit war Castor, wie auch der übrigen Menscheit,
die Unterwelt von Hades als allerletzte Ruhestätte bestimmt. Diese Welt des Todes war
kein Platz der Bestrafung wie in der christlichen Vorstellung, sondern ein Platz
unablässiger Teilnahmslosigkeit und Langeweile.
Castor zeichnete sich in der Reitkunst aus, während sich Pollux im Boxen und im
Kämpfen von Schlachten bewährte. Man erzählte sich, die beiden wären sich
so ähnlich, wie es nur Zwillinge sein könnten. Beide heirateten die hübschen
Töchter eines Königs von Sparta.
Ein trauriger Tag kam, als während eines Aufruhrs eine Lanze Castors Herz durchbohrte.
Pollux begriff, dass nun sein Zwillingsbruder für immer im Hades verweilen
würde. Er bat Zeus, ihn zusammen mit ihm in die Unterwelt zu senden. Zeus war aber nicht
fähig diese Bitte zu gewähren. Er versprach jedoch Pollux, dass er und sein
Bruder Castor die Hälfte ihrer Zeit auf dem Olymp und die andere Hälfte im Hades,
verbringen würden. Den beiden wurde sodann ein Platz unter den Sternen des Firmaments
beschert.
Die Blackfoot-Indianer verwendeten dieselbe Sternfigur, um von zwei Säuglingen zu
erzählen, dessen Mutter von einem wandernden Medizinmann umgebracht wurde: Der Medizinmann
plazierte den einen Säugling neben der Asche des Feuers im Tipi und gab ihm den Namen
Häuptling der Asche. Den anderen setzte er hinter ein Büffelfell und nannte
ihn Den dahinter Steckenden. Die beiden bekamen magische Kräfte, wie sie zum Manne
heranwuchsen. Als sie starben, stiegen sie als Zwillinge in den Himmel empor.
Die Chinesen verbanden Castor und Pollux mit den beiden mystischen Elementen des Universums.
Diese Sterne, so sagte man, repräsentieren Yin und Yang - die Verkörperung von
Gegensätzlichkeiten der Welt: Tag und Nacht, Licht und Dunkelheit, das Gute und das
Böse. Von Yin sagt man, er sei weiblich, während Yang männlich ist. Yin
repräsentiert den Schatten und Yang das Licht. Yin ist der Winter, Yang der Sommer und so
weiter. In dieser Philosophie hat ein Element ohne das andere keine Bedeutung.
[ay119]
Sternbild:
Das Sternbild Gemini liegt nordöstlich des Orions
und hat etwa die Form eines langen Rechtecks in Richtung Orion. Die beiden hellsten Sterne Castor
und Pollux sind sehr auffällig. Pollux ist der südlichere und hellere der beiden. Die beiden
Zwillingssterne Castor und Pollux bilden zusammen mit Capella, Aldebaran, Rigel, Sirius und
Procyon das Wintersechseck. Die Sternbildfläche beträgt 514 Quadratgrad und das
Zentrum kulminiert jeweils etwa am 4. Januar um Mitternacht.
[bk9, bk15]
Interessante Objekte:
- Hellste Sterne:
- alpha Geminorum, Castor
- beta Gem, Pollux
- gamma Gem, Alhena (Brandmal eines Kamels)
- delta Gem, Wasat (Mitte)
- epsilon Gem, Mebsuta
- zeta Gem, Mekbuda (Angezogene Löwentatze)
- eta Gem, Tejat Prior (Vorheriger Regenstern)
- kappa Gem
- my Gem, Tejat Posterior (Nachheriger Regenstern)
- ny Gem
- 38 Gem
- Offene Sternhaufen:
- NGC 2129
- IC 2157
- NGC 2158
- M 35, NGC 2168
- NGC 2266
- NGC 2304
- NGC 2355
- NGC 2395
- NGC 2420
- Planetarische Nebel:
- J 900
- NGC 2371/2: Peanut Nebula
- Abell 21: Medusa Nebula
- NGC 2392: Eskimo Nebula, Clown Face Nebula
- Helle diffuse Nebel:
- IC 443
- IC 444
- Galaxien:
- NGC 2339
| Literatur |
| [ay119] | | The Starry Sky: Gemini by Deborah Byrd; Astronomy 1/96, p.64 |
| [bk9] | | Drehbare Sternkarte SIRIUS von H. Suter-Haug; Hallwag-Verlag, Bern |
| [bk15] | | Hartung's Astronomical Objects for Southern Telescopes by David Malin and David J. Frew; Melbourne University Press 1995; ISBN 0-522-84553-3 |