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| Deep-Sky Corner / Dra / NGC 6543: Cat's Eye Nebula |
Dra |
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Rektaszension:
17h 58m 36s
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Deklination:
+66° 38' 00"
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| Atlas (2000.0) |
Karte |
| Cambridge Star Atlas |
1, 6 |
| Sky Atlas |
3 |
| Uranometria Vol. I |
30 |
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| Starchart at CalSKY.com |
Objektdaten:
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Abb. 1: HST-Aufnahme in Falschfarben (JPEG, 33.9kB)
NGC 6543 gehört zu den komplexesten planetarischen Nebeln. Das
HST-Falschfarbenbild zeigt eine komplizierte Struktur des Nebels mit konzentrischen
Gashüllen, Hochgeschwindigkeits-Jets von Gas und ungewöhnliche, durch Schockwellen
hervorgerufene Gasknoten. Aufgrund seines Aussehens erhielt NGC 6543 den Namen Cat's Eye
Nebula.
Das Alter wird auf etwa 1000 Jahre geschätzt und seine Entfernung auf 3'000 bis
3'600 Lichtjahre. Er ist also noch verhältnismäßig jung. Der Nebel zeigt die
Dynamik und späte Entwicklung eines sterbenden Sterns. Der Durchmesser der hellen
Kernregion des Nebels wird auf etwa 20'000 AU geschätzt, die der äußeren, viel
lichtschwächeren Hülle auf etwa 3.5 Lichtjahre.
Nach einer vorläufigen Studie soll der Zentralstern ein Doppelsternsystem sein,
welches zu nahe beieinander ist, um vom HST getrennt werden zu können. Die Dynamik zweier
sich umkreisender Sterne könnte diese komplexen Strukturen des Nebels erklären. Nach
diesem Modell kreierte ein schneller Stellarwind der beiden Zentralsterne die dichte,
länglich ausgedehnte, leuchtende Gashülle. Diese Struktur ist in zwei
größere 'Lappen' eingebettet, welche der Stern in einer früheren Phase
abgestoßen hat. Diese Lappen sind 'eingeklemmt' von einem Ring aus
dichterem Gas, der vermutlich auf der Orbitalebene des Doppelsternsystems liegt. Der
vermutete Begleitstern könnte auch für ein Paar von Hochgeschwindigkeits-Jets
verantwortlich sein, welche rechtwinklig zu dem äquatorialen Ring liegen. Saugt der
Begleiter vom anderen Stern Materie ab, so könnten Jets entlang der Rotationsachse des
Begleiters wegschießen. Diese Jets würden einige verwirbelte Eigenschaften entlang
der Umkreislinie der Gaslappen erklären. Wie ein Wasserstrahl einen Sandhaufen zerteilt,
so könnten diese Jets gegenüberliegendes Gas komprimieren und die
'Ringelschwänzchen'-Formationen und helle Bogen am äußeren Rand der Lappen
kreieren. Diese beiden Jets zeigen jetzt in eine andere Richtung als diese Formationen, worauf
schließen läßt, daß diese schwanken oder präzessieren und
periodisch an- und abschwellen. Von diesen Jets wird auch Röntgenstrahlung empfangen, was
für Planetarische Nebel eine Rarität ist.
Diese Falschfarbenaufnahme, welche mit der Wide Field Planetary Camera-2 des
Hubble Space Telescopes gewonnen wurde, ist ein Komposit aus drei verschiedenen
Bildern unterschiedlicher Wellenlänge. Die 'rote Farbe' im Bild entspricht der
Wasserstoff-Alpha-Linie (656.3nm), die 'blaue Farbe' enspricht der Linie von neutralem
Sauerstoff (630.0nm) und die 'grüne Farbe' entspricht der Linie von ionisiertem Stickstoff
(658.4nm). All diese Emissionslinien liegen für uns im roten Spektralbereich. Diese
Aufnahme gibt also keinerlei Information über die wahre Farbzusammensetzung.
[bk4, st129,
si3]
| Planetarischer Nebel:
NGC 6543, PK 96+29.1: Cat's Eye Nebula |
| R.A.
17h 58m 36s
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Dec.
+66° 38' 00"
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Dim.
18" / 350"
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p Mag.
8.8m
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v Mag.
8.1m
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* Mag.
10.9m
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Abb. 2: Die Galaxie und 'Pseudogalaxie' in der näheren Umgebung (JPEG, 21.5kB)
In Abbildung 2 ist der Halo von NGC 6543 zu erkennen, welcher einige fetzenartige
Helligkeitsunterschiede aufweist. Er mißt etwa 350" im Durchmesser. Unmittelbar
westlich vom Zentralstern befindet sich ein heller diffuser, länglicher Fleck innerhalb
des Halos, welcher von Dreyer die Bezeichnung IC 4677 im Nachtrag des New General
Catalogues erhielt. Er glaubte in diesem Fetzen eine Galaxie zu erkennen und vermutlich
ist das auch der Grund, weshalb dieses Objekt auch in neueren Galaxienkatalogen wie dem
Morphological Catalogue of Galaxies (MCG) und dem Principal Galaxies Catalogue
(PGC) aufgeführt ist.
Wie man auf der Aufnahme des POSS in Abbildung 2 erkennen kann, hat IC 4677 ein für
Galaxien ziemlich untypisches Aussehen. Es scheint sich hierum vielmehr um einen frühen
heftigen Gasausbruch des Zentralsterns von NGC 6543 zu handeln, was zusammen mit dem
großen Halo und den zahlreichen kleineren und schwächeren Gasfetzen ziemlich nahe
liegt. Gemäß Simbad-Database handelt es sich bei IC 4677 tatsächlich
um einen Gasfetzen. Die Lyon-Meuden Extragalactic Database (LEDA) bestätigt dies
ebenfalls. Er leuchtet auch vorwiegend im O-III Bereich, was für Galaxien schon
äußerst merkwürdig ist.
| Gasfetzen:
IC 4677, MCG 11-22-17, VV 121, PGC 61193 |
| R.A.
17h 58m 17s
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Dec.
+66° 37' 53"
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v Mag.
14.7m
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Dim.
66"x48"
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SB
14.4
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Aus unserer Perspektive östlich neben dem Katzenauge liegt diesmal eine echte, weit
entfernte und daher visuell kleine und lichtschwache Galaxie, NGC 6552. Dreyer beschrieb
sie als schwach, ziemlich klein und irregulär. Auf Abbildung 2 ist sie am linken Rand
erkennbar. Die Galaxie bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 8100 km/s vom der
Lokalen Gruppe weg. Der Winkel zwischen Rotationsachse und Blickrichtung beträgt 45
Grad. [dq2]
Etwa vier Bogenminuten südlich von NGC 6552 befindet sich der Nordpol der Ekliptik,
um den sich der Himmelsnordpol aufgrund der Präzession der Erdachse im Winkelabstand von
23.5 Grad dreht.
| Galaxie:
NGC 6552, PGC 61252 |
| R.A.
18h 00m 06s
|
Dec.
+66° 36' 00"
|
v Mag.
13.6m
|
Dim.
54"x36"
|
SB
12.8
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Type
SB?
|
PA
105°
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Wie findet man das Katzenauge?
Man soll sich von der Größe des Symbols in nebenstehender Karte nicht irritieren
lassen. Der visuell gut sichtbare Teil des Nebels ist etwa so groß wie der weiße
Kreis des Zentralsterns des Kartenausschnitts bei 30' Gesichtsfeld. Bei kleinen
Vergrößerungen ist NGC 6543 kaum von einem 8mag hellen Stern zu unterscheiden. Er
kann aber gut anhand der markanten, geraden Sternassoziation aus fünf Sternen
identifiziert werden. Der PN liegt am nördlichen Ende und bildet mit dem letzten Stern
einen rechten Winkel.

Karte mithilfe von TheSky [pr2] erstellt.
Beschreibung bei 300mm Öffnung:
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Zeichnung: 300mm f/4 Newton, 500x, ohne Filter (8.9.96)
Das Katzenauge gibt auch visuell viel von seiner komplizierten Struktur her. Bei einer
geringen Vergrößerung von etwa 26fach ist er kaum von einem hellen Stern zu
unterscheiden. Er ist lediglich ein wenig dicker. Der Halo mit dem seltsamen Objekt IC 4677 ist
nicht erkennbar, dazu ist schon etwas mehr Öffnung vonnöten.
Bei steigender Vergrößerung wächst im Gegensatz zu den Sternen der
Durchmesser und der Detailreichtum des Nebels. Der sehr helle Zentralstern kann dabei am besten
bei etwa 120fach erkannt werden, darüber dominieren die Strukturen des Nebels. Diese
können bei hoher Vergrößerung in einem kontrastreichen Okular am besten erkannt
werden, doch ist deren Sichtbarkeit stark von der Luftruhe abhängig. Die Transparenz der
Atmosphäre spielt weniger eine Rolle.
Bei 500fach zeigt der Nebel ein Aussehen, das in etwa dem einer Brezel gleicht, doch auch
ein Katzenauge ist durchaus hineinzuinterpretieren, zumal die Helligkeitsunterschiede für
eine Brezel zu gering sind. Manchmal hat man auch das Gefühl, daß bei jedem neuen
Betrachten andere, teils widersprüchliche Strukturen zu erkennen sind, doch diese
können bei längerem Betrachten herausgefiltert werden.
Der Vergrößerung sind im Prinzip nur Grenzen durch die Abbildungsqualität
der Fernrohroptik, die Okulare und die Luftunruhe gesetzt. Der Nebel selbst ist so hell,
daß er sogar bei 1000fach gut gesehen werden kann. Ein O-III oder ein H-beta Filter
bringt bei diesem Objekt praktisch keine Kontraststeigerung.
Die Galaxie NGC 6552 zeigt sich als kleine schwache Ellipse ohne Struktur.