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Lateinischer Name: Draco |
Deutscher Name: Drache |
Dra |
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Drache
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| Kulmination um Mitternacht: |
| 24. Mai |
| Deklinationsbereich: |
| 48°N ... 86°N |
| Fläche am Himmel: |
| 1083°2 |
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| Atlas (2000.0) | | Karte |
| Cambridge Star Atlas | : |
1, 6 |
| Sky Atlas | : |
1, 2, 3, 7, 8, 9 |
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Mythologie und Geschichte:
In vielen alten Sagen und Märchen tauchen Drachen auf, und so ist es kaum
verwunderlich, ein solches Geschöpf auch am Himmel vorzufinden. Vielleicht handelt es
sich um jenen Drache, den Herkules besiegen mußte, um an die goldenen Äpfel der
Hesperiden zu kommen, damit er sie Eurysteus bringen konnte. Diese Äpfel waren etwas
besonderes: denn wer davon aß, erlangte ewige Jugend. Dieser wertvolle Apfelbaum wuchs
im Westen, am Rande der Erde. Er wurde vom Riesen Atlas, dem Träger des
Himmelsgewölbes, seinen Töchtern, den Hesperiden und einem fürchterlichen
Drachen bewacht. Der Drache besaß hundert Köpfe, vielerlei verschiedener Stimmen
und schlief niemals.
Das heutige Abbild des Drachen am Himmel macht aber eher einen harmlosen Eindruck. Das
hängt wohl damit zusammen, daß Thales von Milet um das Jahr 500 vor unserer
Zeitrechnung dem Drachenbild die Flügel weggenommen hatte und daraus ein neues
Sternbild formte: den Kleinen Bären
(Ursa Minor).
Die griechische Bezeichnung Drakon wurde für dieses Sternbild verwendet, aber
auch die lateinischen Ausdrücke Anguis, Coluber, Python und
Serpens, die alle soviel wie Schlange oder Drache bedeuteten. Die Bezeichnung
Custos Hesperidum erinnert an das Bewachen des Baumes mit den goldenen Äpfeln der
Hesperiden. Anläßlich der Christianisierung des Sternenhimmels ist der Drache jedoch
zur Alten Schlange verkümmert, die Eva im Paradies zum Sündenfall
verführt hat. In Persien wurde dieses Sternbild Azhdeha genannt und man sah darin
eine menschenfressende Schlange. Babylonische Urkunden sprechen von einer Schnecke, ein
Sternbild, das sich in der Nähe des Polarsternes befinden soll; die sich schneckenartig
windende Gestalt des Drachen erinnert an diese babylonische Sichtweise. Im frühen
Ägypten hat man dieses Sternbild etwas anders gedeutet, man hat vom Nilpferd oder
Flußpferd gesprochen oder hat es auch als Krokodil verstanden. Arabische
Astronomen haben das Wort Drakon als Al Tinnin und als Al Thuban
übersetzt. [bk7, bk20]
Sternbild:
Draco ist mit 1083 Quadratgrad ein flächenmäßig großes, wenn auch
kompliziert geformtes Sternbild. Er erstreckt sich vom Bereich
Cygnus/Lyra bis
Ursa Maior und umschlingt
Ursa Minor. Der Kopf des Drachen schaut auf
Herkules weiter südlich herab. Das
Zentrum des Sternbildes kulminiert jeweils etwa am 24. Mai um Mitternacht.
Nahe der Galaxie NGC 6554 und dem Cat's Eye Nebula NGC 6543 liegt der Nordpol der
Ekliptik, den der Himmelsnordpol im Winkelabstand von 23° 27' im Laufe von 25'700
Jahren umkreist. Diese Bewegung wird durch die Präzession der Erdachse hervorgerufen.
[bk9, bk15]
Interessante Objekte:
- Hellste Sterne:
- alpha Draconis, Thuban, Al Tinnin (Drache)
- beta Dra, Rastaban/Rastaben, Alwaid
- gamma Dra, Eltanin/Etamin/Ettanin (Drachenkopf)
- my Dra, Arrakis
- ny Dra
- xi Dra, Genan (Kinnbacke)
- omikron Dra
- psi Dra
- 16-17 Dra
- 39 Dra
- Planetarische Nebel:
- IC 4677 (Teil von NGC 6543)
- NGC 6543: Cat's Eye Nebula
- Galaxien:
- NGC 3147
- NGC 3329
- NGC 3403
- NGC 3735
- NGC 4125
- NGC 4128
- NGC 4133
- NGC 4236
- NGC 4256
- NGC 4291
- NGC 4319
- NGC 4386
- NGC 4589
- NGC 4750
- NGC 5678
- NGC 5866
- NGC 5879
- NGC 5905
- NGC 5907
- NGC 5908
- NGC 5949
- NGC 5982
- NGC 5985
- NGC 6015
- NGC 6340
- UGC 10822: Draco Dwarf
- NGC 6412
- NGC 6503
- NGC 6552 (neben Cat's Eye Nebula)
- NGC 6643
| Literatur |
| [bk7] | | Der grosse Kosmos-Himmelsführer von Ian Ridpath und Wil Tirion; Kosmos Verlag; ISBN 3-440-05787-9 |
| [bk20] | | Sternbilder und ihre Mythen von Gerhard Fasching; Zweite, verbesserte Auflage; Springer Verlag Wien, New York; ISBN 3-211-82552-5 (Wien); ISBN 0-387-82552-5 (New York) |
| [bk9] | | Drehbare Sternkarte SIRIUS von H. Suter-Haug; Hallwag-Verlag, Bern |
| [bk15] | | Hartung's Astronomical Objects for Southern Telescopes by David Malin and David J. Frew; Melbourne University Press 1995; ISBN 0-522-84553-3 |