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| Deep-Sky Corner / Del / NGC 6905: Cocktail |
Del |
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Rektaszension:
20h 22m 24s
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Deklination:
+20° 07' 00"
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| Atlas (2000.0) |
Karte |
| Cambridge Star Atlas |
13 |
| Sky Atlas |
9, 16 |
| Uranometria Vol. I |
163 |
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| Starchart at CalSKY.com |
Objektdaten:
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Falschfarbenausschnitt aus dem CCD-Bild der Stw. Bülach (SM)
Der Planetarische Nebel (PN) NGC 6905 stellt ein schönes Beispiel eines wenig bekannten,
jedoch hellen und ästhetischen PN's dar. Der vom Zentralstern (ZS) ausgehende Wind
kollidiert mit dem sich nur langsam ausdehnenden Halo, welches während des
Roten-Riesen-Stadiums des Sterns entstand. Die Kollisionsenergie ist genug groß um die
Materie zum Leuchten anzuregen (Schockionisation). Da der ZS von einem äquatorialen Gas-
und Staubring umgeben ist, kann der Sternwind nur bei höheren Breiten gegen die Pole hin
entweichen. Es kommt zu einem kollimierten Sternwind. Dadurch kommt auch die Form des Nebels
zustande (siehe Falschfarbenbild links). Im E und W ist der Nebel mit einem hellen Rand
begrenzt, im N und S hingegen ist die Abgrenzung nicht so deutlich. Spektroskopische
Geschwindigkeitsmessungen ergaben, daß gerade hier der Sternwind mit hoher
Geschwindigkeit austritt. Heute kann man das Aussehen des Nebels mit Modellen, welche die
bereits erwähnte Schockionisation einbeziehen, sehr gut erklären. Das bei PN's
übliche morphologische Klassifikationsschema von Voronstov-Velyaminov gibt bei
NGC 6905 den Typ III+III an; also eine Scheibe mit unregelmässiger Helligkeitsverteilung
mit zwei Bereichen. Dies können wir gut bestätigen, wenn wir die
CCD-Falschfarbenaufnahme oben links betrachten. Astronomen vom Astrophysikalischen Institut
der Kanarischen Inseln haben auch Ansae beobachtet. Auf unser CCD-Aufnahme kann man sie aber
nur vermuten.
Beim Zentralstern handelt es sich um einen O VI-Stern. Dies sind Sterne im
Vorstadium zu einem Weißen Zwerg. Sie haben eine außerordentlich heiße
Oberfläche und geben sich durch besonders starke Emissionslinien dreifach ionisierten
Sauerstoffs (O VI) zu erkennen. Diese namengebenden O VI-Linien befinden sich bei 3811 und
3834 Ångström. Fotometrische Messungen des ZS ergaben Helligkeitsschwankungen um
seinen Mittelwert von 15.5 vmag herum. Dies erklärt dann auch die Sichtbarkeit des
Sterns im 20cm-Teleskop. Die Veränderlichkeit ist auf Pulsationen des Sterns
zurückzuführen.
| Planetarischer Nebel:
NGC 6905, PK 61-9.1: Cocktail |
| R.A.
20h 22m 24s
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Dec.
+20° 07' 00"
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Diam.
> 39"
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p Mag.
11.9m
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v Mag.
11.1m
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* Mag.
15.5m
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© 1997, Philipp Reza Heck
Wo findet man einen Cocktail am Himmel?
Der Nebel läßt sich relativ bequem auffinden. Man stellt dazu den Stern an der
Spitze des Sternbilds Pfeil (Sagitta, Sge) ein: Eta Sge mit 5.1 v-mag läßt sich
bereits im schwachen Sucher sehen und ist meistens sogar von bloßem Auge sichtbar und
somit auch mit einem Telrad-Finder einzustellen! Wenn Sie Eta Sge am besten in einem
Weitwinkelokular zentriert haben, fixieren Sie die Deklinationsachse und schwenken rund
4 Grad und 3 Bogenminuten nach Osten.

Karte mithilfe von TheSky [pr2] erstellt.
Der PN scheint in einer Kathete eines gleichschenkligen Dreiecks 10-12 mag heller
Sternchen zu liegen. Dieses Dreieck stellt den oberen Teil eines Cocktail-Glases dar
(siehe Skizze). Das ganze sieht dann aus wie ein Cocktail der mit einer Zitronenscheibe
(der PN selbst) oder einer Eiskugel serviert wird.
Anmerkung: Aufgrund eines Fehlers in den Objektkatalogen, welche von
The_Sky benutzt werden, stimmt die Position des PN's nicht ganz mit der CCD-Aufnahme
überein, sondern ist um etwa 38 Bogensekunden nach Norden versetzt. Bei der Auffindkarte
wurde dieser Fehler behoben. Desweiteren ist im GSC an der Position von NGC 6905 ein 7.6 mag
heller Stern mit der Bezeichnung GSC 1639:1907 verzeichnet. Vermutlich ist dies ein Fehler,
denn weder der PN noch der Zentralstern sind derart hell.
Beschreibung bei 200mm Öffnung:
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Zeichnung: 200mm SCT, 226fach (Philipp Heck)
Wenn das Cocktail einmal gefunden und zentriert ist, sollte man eine Vergrößerung
von mindestens 200fach verwenden. Wenn es das Seeing zuläßt, lohnt es sich sogar
über 300fach zu gehen. Man erkennt dann die oben beschriebene Struktur. Im E und W einen
helleren, gut definierten Rand, im N und S hingegen einen eher unscharfen, diffusen
Übergang in den Himmelshintergrund. Auf der Zeichnung rechts ist der Kontrast etwas
überhöht dargestellt, um die schachen Details besser hervorzuheben. Ein Nebelfilter
(OIII, UHC oder H-beta) hat uns bei diesem PN keine Verbesserung des Kontrasts gebracht.
Der Zentralstern war zu unserem Erstaunen bereits im 200mm-Teleskop mit indirektem Sehen
deutlich sichtbar. Zwar wird er mit v-mag 15.5 angegeben, kann aber wegen seiner
Variabilität durchaus einiges heller sein!
© 1997, Philipp Reza Heck
Beschreibung bei 500mm Öffnung:
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CCD-Aufnahme: SBIG ST-6, 500/2500mm-Newton, 6x30s (Stefan Meister)
Die für einen PN typische Form kommt bei 500mm Öffnung gut zur Geltung. Auf der
CCD-Aufnahme erkennt man deutlich die Gebiete höherer Dichte in der W- und E-
Peripherie des Nebels, während im N und S der schnelle Sternwind fast ungehindert
in den interstellaren Raum entweichen kann.
© 1997, Stefan Meister
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20.12.2006 23:36 Uhr, Philipp Heck
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