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| Deep-Sky Corner / Cyg / NGC 6960/74/79/92/95 & IC 1340: Cirrus Nebula |
Cyg |
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Rektaszension:
20h 52m 00s
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Deklination:
+31° 00' 00"
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| Atlas (2000.0) |
Karte |
| Cambridge Star Atlas |
6, 7 |
| Sky Atlas |
9 |
| Uranometria Vol. I |
120, 121 |
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| Starchart at CalSKY.com |
Objektdaten:
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Abb. 1: Aufnahme des 48" Schmidt-Kamera von Mt. Palomar
(JPEG, 90.8kB)
Der Cirrusnebel ist wohl einer der faszinierendsten, grössten und
schönsten Nebel des nördlichen Sternenhimmels und erhielt daher zahlreiche Namen:
Bridal Veil Nebula (Brautschleiernebel) oder auch nur Veil Nebula und Cygnus
Loop (Cygnus-Schleife). Die Bezeichnung Filamentary Nebula (faseriger Nebel) wird
oft nur für den östlichen Teil NGC 6992 und die Bezeichung Network (Netzwerk-)
oder Lacework Nebula (Spitzennebel) für den westlichen Teil NGC 6960 verwendet.
Manchmal meint man damit aber auch sämtliche Nebelfetzen.
Der Cirrusnebel wurde 1784 von William Herschel visuell mit seinem 18"-Spiegelteleskop
entdeckt. Lange Zeit war die wahre Natur dieser Nebelfetzen noch unbekannt und sie erhielten
unterschiedliche Nummern im New General Catalogue, wie auch im Index
Catalogue. Es scheint, als ob die Numerierung später aufgegeben wurde, da zahlreiche
unabhängig scheinende Nebelfetzen keine Bezeichnung mehr tragen.
Die visuell sichtbaren Teile des Cirrusnebels scheinen sich zu einer expandierenden
Gaswolke mit etwa 3° scheinbarem Durchmesser zusammenzufügen. Die genaue Entfernung
zu bestimmen ist schwierig. Man findet Werte von 1300 bis 2500 Lichtjahren, vermutlich liegt
sie nahe bei 1500 Lichtjahren. Bei dieser Entfernung besitzt der gesamte Nebel einen
Durchmesser von etwa 70 Lichtjahren.
Dieser Supernovaüberrest expandiert jährlich um 0.06" in eine Region mit
interstellarem Gas und Staub hinein und schiebt so das interstellare Material vor sich her.
Der Himmel innerhalb dieses Bogens scheint sichtbar klarer zu sein und besitzt mehr feine
Sterne als ausserhalb, was in der Region beim hellen Stern 52 Cygni deutlich sichtbar ist.
Demzufolge ereignete sich die Supernova vermutlich vor 30'000 bis 40'000 Jahren.
Der Cirrusnebel ist, wie alle anderen bekannten Supernovaüberreste, eine Quelle von
Radiostrahlung, aber wesentlich schwächer als der bekannte Krebsnebel in Taurus, dessen
Alter erst 900 Jahre ist. Die Radiostrahlung vom Cirrusnebel wurde erstmals von D. Walsh und
R. H. Brown am Jodrell Bank Observatorium in England entdeckt.
Der Grund für das Leuchten des Nebels scheint noch ein Mysterium zu sein.
Spektalanalysen zeigten, dass das Licht fluoreszierend ist und die einzelen Gasschwaden
unterschiedliche Temperaturen von 10'000 bis 60'000 Kelvin besitzen. Doch weder der den Nebel
anregende Stern wurde identifiziert, noch zeigt ein Stern in der Nähe des Zentrums des
Bogens irgendwelche post-novaischen Charakteristika. Vermutlich ist die Post-Nova ein
enger Begleiter eines Sterns nahe dem scheinbaren Zentrum des Cirrusnebels.
Der westliche Teil des Cirrusnebels, NGC 6960, scheint am 4.3 mag Stern 52 Cygni
vorbeizudriften, doch der Stern ist als Vordergrundobjekt bekannt und hat keine Verbindung
zum Cirrusnebel.
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Abb. 2: HST-Ausschnitt in Falschfarben (JPEG, 68.6kB)
Die feine filamentartige Struktur des Nebels ist auf der nebenstehenden Detailaufnahme
mittels des Hubble Space Telescopes gut erkennbar. Die Expansionsbewegung erfolgt auf
dieser Aufnahme von links nach rechts. Das Bild ist ein dreifach Falschfarbenkomposit: blau
repräsentiert dabei das Emissionslicht von doppelt ionisiertem Sauerstoff, rot stellt das
von einfach ionisiertem Schwefel dar und grün das von neutralem Wasserstoff. Die Farben
wurden willkürlich gewählt und entsprechen in keiner Weise dem wahren visuellen
Eindruck.
Diese Faserstruktur ist die besondere Eigenart dieses Nebels und konnte noch nicht
vollständig erklärt werden. Die Dicke einer solchen typischen Faser variiert von 500
bis 700 AU bis zu 2000 AU, oder etwa 1" bis 5". Es ist möglich, dass diese
schmalen Filamente in Wahrheit dünne leuchtende Flächen sind, welche wir von der
Seite her betrachten. Eine solche Fläche von vorne betrachet erschiene uns wegen ihrer
schwachen Oberflächenhelligkeit unsichtbar. Die Expansion der Wolke in das interstellare
Medium trägt möglicherweise zu der Filamentbildung bei, welche einem grossem
Schockfront-Phänomen gleicht. Elektromagnetische Kräfte müssen auch
berücksichtigt werden. [bk4, st106, st133, si5]
| Heller diffuser Nebel:
NGC 6960 (westlicher Teil) |
| R.A.
20h 45m 42s
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Dec.
+30° 43' 00"
|
Dim.
70'x6'
|
Type
SNR-E
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ph Brt.
2-5
|
Color
.
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Heller diffuser Nebel:
NGC 6974 & NGC 6979 (nördlicher Teil) |
| R.A.
20h 50m 48s
20h 51m 00s
|
Dec.
+31° 52' 00"
+32° 09' 00"
|
Dim.
6'x4'
7'x3'
|
Type
SNR-E
SNR-E
|
ph Brt.
.
.
|
Color
.
.
|
Heller diffuser Nebel:
NGC 6992 & IC 1340 & NGC 6995 (östlicher Teil) |
| R.A.
20h 56m 26s
20h 56m 12s
20h 57m 12s
|
Dec.
+31° 43' 00"
+31° 04' 00"
+30° 13' 00"
|
Dim.
60'x8'
25'x20'
12'
|
Type
SNR-E
E
SNR-E
|
ph Brt.
2-5
3-5
2-5
|
Color
.
.
.
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Wie findet man den Supernova-Überrest?
Der Cirrusnebel ist ganz leicht zu finden. Man richtet das Fernrohr auf den Stern 52 Cygni,
der sich beim östlichen Flügel des Schwanes befindet. Dort befindet sich der
westliche Teil des Cirrusnebels NGC 6960. Für eine weitere Identifikation bediene man
sich der Abbildung 1. Der Stern 52 Cygni befindet sich dort am rechten Rand.

Karte mithilfe von TheSky [pr2] erstellt.
Anmerkung: An der Position 21h 05m 54.8s / +34° 59' 28" befindet sich
im Hubble Guide Star Catalogue ein Stern mit der Identifikationsnummer GSC 2709:2822.
Die angegebene Helligkeit beträgt 2.5 mag. An dieser Stelle existiert aber kein derart
heller Stern. Vermutlich ist die Helligkeitsangabe und dadurch die Symbolgrösse
falsch. Auf der Auffindkarte wurde dieser Stern entfernt.
| Literatur |
| [bk4] | | Burnham's Celestial Handbook: An Observer's Guide to the Universe Beyond the Solar System by Robert Burnham; Dover Publications, Inc.; Voume I: ISBN 0-486-23567-X; Volume II: ISBN 0-486-23568-8; Volume III: ISBN 0-486-23673-0 |
| [st106] | | The Veil Nebula by Roger N. Clark; S&T 10/94, p.104 |
| [st133] | | Hubble Telescope Probes Shocks in Cygnus; S&T 5/95, p.11 |
| [si5] | | Cygnus Loop; Press Release No. STScI-PRC95-11: http://oposite.stsci.edu/pubinfo/pr/95/11.html |
| [pr2] | | TheSky for Windows, Version 2.11, Level IV; Software Bisque; 912 Twelfth Street; Suite A; Golden, Colorado 80401, USA; http://www.bisque.com/thesky/ |