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| Deep-Sky Corner / Crv / NGC 4038/9: Ringtail Galaxy, Antennae |
Crv |
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Rektaszension:
12h 01m 54s
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Deklination:
-18° 52' 30"
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| Atlas (2000.0) |
Karte |
| Cambridge Star Atlas |
10, 11, 16, 17 |
| Sky Atlas |
13, 14, 20, 21 |
| Uranometria Vol. II |
327, 328 |
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| Starchart at CalSKY.com |
Objektdaten:
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Abb.1: Aufnahme der Galaxien im blauen Licht;
© François Schweizer
[st139]
Als das Galaxienpaar NGC 4038 und NGC 4039 erstmals entdeckt wurde, waren die
Astronomen sehr erstaunt über dessen ungewöhnliche Form. Zunächst war gar nicht
klar, ob es sich dabei um eine einzige oder zwei Galaxien handelt. Mittels
Computersimulationen konnte nun aber gezeigt werden, daß es sich dabei um zwei
kollidierende Galaxien handelt.
Auf kurz belichteten Fotografien ähneln die hellsten Regionen der Zentralbereiche
einem gespiegelten Fragezeichen oder einem Ringelschwänzchen - einem irregulären
Bogen von etwa zwei Bogenminuten Länge (vgl.
Abb. 2). Der gebogene nördliche Rand
des Bogens (NGC 4038) ist das hellste Teilgebiet und besteht aus mehreren hellen und dunklen
Flecken von Sternhaufen und Dunkelwolken. Der Ausläufer nach Süden erhielt von
Dreyer die Nummer NGC 4039. Er ist schwächer, besitzt aber in etwa dasselbe
Aussehen.
Lang belichtete Aufnahmen enthüllen jedoch weitere rätselhafte Strukturen, welche
dem Galaxienpaar eine noch spektakulärere Form verleihen. Die beiden hellen
Zentralregionen verschmelzen zu zwei elliptischen Klumpen, welche an ihrerm östlichen
Seite zusammengeklebt erscheinen. Von dort aus erstrecken sich zwei lange, gebogene Filamente,
welche sehr weit in den Raum hinaus reichen (vgl.
Abb. 1). Das nördlichere kann etwa
fünf Bogenminuten lang verfolgt werden, das südlichere mehr als deren zehn. Diese
beiden Filamente gleichen den langen Fühlern eines Käfers, daher der zweite
Spitzname Antennae.
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Abb. 2: Detailaufnahme der beiden Kernregionen mit dem 4m AAT;
© 1991 David Malin
Von den beiden Filamenten geht eine starke Radiostrahlung aus, welche 1957 entdeckt wurde.
Der bekannte Astronom Fritz Zwicky zeigte, daß die Gezeitenkräfte zweier
kollidierender Galaxien zu neuer Sternbildung anregt. Tatsächlich wurde am Ende des
südlichen Filaments von NGC 4039 eine neblige Region entdeckt, welche allem Anschein nach
eine junge Protogalaxie zu sein scheint. Kürzlich gebildete massive Sterne regen das
umgebende Gas zum leuchten an, aus welchem sie gebildet wurden.
Die verbliebenen, relativ ungestörten Regionen der beiden Galaxien
(Abb. 2 unten) zeigen nur geringe Farbunterschiede, welche
nahelegen, daß es sich bei den beiden vor ihrer Kollision um Galaxien des
Typs S0 und nicht um Spiralgalaxien gehandelt haben muß. S0-Galaxien sind
scheibenförmige, relativ gasarme Galaxien, deren Farbe im Mittel etwas
gelblicher als die der Spiralgalaxien ist. Dies könnte erklären,
warum die Sternbildung hauptsächlich in der einen der beiden Galaxien
stattfindet - dort wo das Gas ist.
In den Zentralregionen der beiden kollidierenden Galaxien wurden mithilfe des (damals
noch unkorrigierten) Hubble Space Telescopes junge Sternhaufen gefunden, welche nicht
älter als 10 Mio. Jahre sein dürften. Es ist noch nicht geklärt, ob es sich
dabei um offene oder Kugelsternhaufen handelt, doch ihr mittlerer Radius von etwa 60
Lichtjahren ist mit dem von typischen Kugelsternhaufen der Milchstraße vergleichbar. Die
meisten bilden dichte Gruppen von etwa einem Dutzend in der großen H II Region in
welcher sie gebildet wurden. [bk4,
st112,
st139]
Laut LEDA [dq2] bewegen sich die
beiden Galaxien sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 1400 km/s vom Zentrum
der lokalen Gruppe weg, was bei einer Hubble-Konstanten von 75 km/s/Mpc einer Entfernung von
etwa 60 Mio. Lichtjahren entspricht. Die Rotationsachse von NGC 4038 ist etwa 65° zu
unserer Blickrichtung geneigt, die von NGC 4039 etwa um 71°.
| Galaxie:
NGC 4038/9: Ringtail Galaxy, Antennae |
| R.A.
12h 01m 54s
12h 01m 54s
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Dec.
-18° 52' 00"
-18° 53' 00"
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v Mag.
10.5m
10.3m
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Dim.
5.4'x3.9'
5.4'x2.5'
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SB
13.7m
13.0m
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Type
SB?(s:)m pec II-III
IB:(s)m pec III
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PA
159°
173°
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Auffindtip für NGC 4038/9:
Westlich von der Raute des Sternbildes Corvus, etwa ein Grad
unterhalb der halben Strecke von Gienah (gamma Corvi, 2.6mag) zu
zeta Crateris (4.9mag), liegt
das kollidierende Galaxienpaar NGC 4038/9. Da die beiden Galaxien recht
lichtschwach sind, wird zum Auffinden am besten ein Okular mittlerer
Vergrösserung gewählt.

Karte mithilfe von TheSky [pr2] erstellt.