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Lateinischer Name:
Crux
Deutscher Name:
Kreuz des Südens
Cru

Kreuz des Südens

Karte
Benachbarte Sternbilder:
Cen Mus
Kulmination um Mitternacht:
30. März
Deklinationsbereich:
65°S ... 55°S
Fläche am Himmel:
68°2
Sichtbarkeit von Europa:
immer unter Horizont
Atlas (2000.0) Karte
Cambridge Star Atlas: 16, 17, 20
Sky Atlas: 25
Uebersichtskarte von Alfred Binggeli

Geschichte:

Das Sternbild Crux, auch Crux Australiswurde von den Seefahrern des 16. Jahrhunderts aus einigen hellen Sternen des Centaurus gebildet. Es diente nachts als Wegweiser nach Süden und war somit ein wichtiges navigatorisches Hilfsmittel. Die frühen Portugiesischen Seefahrer sahen in diesem Sternbild das Symbol ihres Glaubens.

Crux konnte ebenso wie Centaurus im Altertum vom Mittelmeerraum aus beobachtet werden, so daß die Sterne schon den Griechen bekannt waren. Aufgrund der Präzession sind sie inzwischen nach Süden 'abgedriftet'. [bk7]

Das Kreuz des Südens taucht als Symbol in vielen Nationalflaggen der südlichen Hemisphäre auf, besonders rund um den Australischen Kontinent.

Nationalflagge von Australien [dq5]

Die Flagge von Australien wurde schon 1903 eingeführt, aber erst 1954 anerkannt. In der linken oberen Ecke befindet sich das Union Jack, das Wappen von Großbritannien. Darunter befindet sich der Commonwealth Star oder Star of Federation, welcher mit seinen sieben Zacken die sieben Staaten und vereinigten Territorien des Commonwealth symbolisiert. In der rechten Hälfte steht das bekannte Kreuz des Südens, welches als wichtige Navigationshilfe für die Seefahrer entscheidend zur Eroberung des Kontinents beigetragen hat und seitdem mit Australien assoziiert wurde. Die gezeigten fünf Sterne sind alpha, beta, gamma, delta Crucis (alle mit sieben Zacken) und der schwächere epsilon Crucis (fünfzackig), welcher bei der Nationalflagge von Neuseeland fehlt. Demnächst wollen sich die Australischen Staaten von Großbritannien lossagen und man sucht nach neuen Nationalflaggen ohne das Union Jack darauf. Bei den meisten Entwürfen bleibt jedoch das Kreuz des Südens nach wie vor erhalten.

Nationalflagge von Papua Neuguinea [dq5]

Ein sehr schönes Motiv besitzt die Flagge von Papua Neuguinea, welche im Jahre 1975 eingeführt wurde. Sie zeigt ebenfalls die fünf hellsten Sterne des Kreuz des Südens und zudem noch die Siluette eines Paradiesvogels. Vielleicht soll diese Siluette das unscheinbare Sternbild Apus repräsentieren.

Nationalflagge von Brasilien [dq5]

Im blauen Globus der Flagge von Brasilien erkennt man unter vielen Sternen auch die des Kreuz des Südens, welches etwa im Zentrum steht. Diese Sterne sollen den Himmel darstellen, so wie er sich in der Nacht vonm 15. November 1889 über Brasilien zeigte, als dieses Land durch eine Revolution eine Republik wurde. Auf dem Schriftband, das sich auf dem Himmelsäquator befindet, stehen die Worte "Ordem e Progresso".

Sternbild:

Crux ist mit 68 Quadratgrad das kleinste, zugleich aber vielleicht auch das bekannteste Sternbild am Südhimmel. Es liegt in einer sternreichen Gegend der Milchstraße, so daß sich die Dunkelwolke "Kohlensack" noch klarer gegen die hellleuchtende Umgebung abhebt. Verlängert man die Längsachse des Südlichen Kreuzes (Sterne alpha und gamma Crucis) knapp fünfmal über alpha Crucis hinaus, so gelangt man etwa zum südlichen Himmelspol. Das Kreuz des Südens hat also dieselbe Aufgabe wie der Große Wagen am Nordhimmel. Das Zentrum des Sternbilds kulminiert jeweils etwa am 30. März um Mitternacht. [bk9, bk15]

Interessante Objekte:

Hellste Sterne:
alpha Crucis, Acrux
beta Cru, Mimosa
gamma Cru, Gacrux
delta Cru
epsilon Cru
iota Cru
my Cru

Dunkelwolken:
Coal Sack

Offene Sternhaufen:
NGC 4052
NGC 4103
NGC 4337
NGC 4349
H 5
NGC 4439
NGC 4463
H7
NGC 4609
NGC 4755: Jewel Box Cluster



Literatur
[bk7] Der grosse Kosmos-Himmelsführer von Ian Ridpath und Wil Tirion; Kosmos Verlag; ISBN 3-440-05787-9
[dq5] Flags of the World (FOTW) Web Site; http://fotw.digibel.be/flags/
[bk9] Drehbare Sternkarte SIRIUS von H. Suter-Haug; Hallwag-Verlag, Bern
[bk15] Hartung's Astronomical Objects for Southern Telescopes by David Malin and David J. Frew; Melbourne University Press 1995; ISBN 0-522-84553-3


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20.12.2006 23:36 Uhr, Bernd Nies

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