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| Deep-Sky Corner / Com / M 64: Blackeye Galaxy |
Com |
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Rektaszension:
12h 56m 42s
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Deklination:
+21° 41' 00"
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| Atlas (2000.0) |
Karte |
| Cambridge Star Atlas |
5, 11 |
| Sky Atlas |
7 |
| Uranometria Vol. I |
149 |
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| Starchart at CalSKY.com |
Objektdaten:
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Abb. 1: Aufnahme mit dem 61" Reflektor des U.S. Naval
Observatory in Flagstaff, Arizona
[bk4]
Im Jahre 1779 entdeckte Johann E. Bode die Galaxie M 64. Er erkannte in ihr aber nur
einen "kleinen, nebelhaften Stern". Ein Jahr später stiess Charles Messier auf
dasselbe Objekt und verzeichnete es unter der Nummer 64 in seiner Liste.
Die Struktur von M 64 ist sehr ungewöhnlich. Sie wurde von einigen als Hubble-Typ
Sa und von anderen als Sb klassifiziert - irgendwie passt sie aber nicht in Hubbles
einfaches Schema. Das Revised Morpholobical Galaxy Classification System ist
diesbezüglich etwas detaillierter: äusserer Ring, Spirale ohne Balken, innerer
Ring und S-Form, Stufe 'ab', Leuchtkraftklasse II-III ... oder kurz: (R)SA(rs)ab II-III.
Die Spiralarme zeigen eine wunderschön feine und einheitliche Struktur ohne Spur einer
Auflösung in Sternenwolken oder Nebelknoten. In der Zentralregion macht sich
plötzlich eine gewaltige Staubwolke bemerkbar und fasst die ganze nördliche
und östliche Seite des Zentrums ein. Dieser Staubwolke verdank die Galaxie den Namen
Blackeye: Die einen sehen im Kern das Lid eines geschlossenen Auges und in der
Dunkelwolke die langen, geschminkten Wimpern; für die anderen ist die Dunkelwolke eine
dicke, buschige Augenbraue und der Kern das Auge, das einen anblickt. Im deutschen
Sprachgebrauch bedeuted "black eye" ein "blaues Auge".
Auf Fotografien von Grossteleskopen zeigt die Staubwolke viele feine Details und
bricht dann auf in eine kompliziere Region von gemischter dunkler und leuchtender Materie,
welche die Zentralregion umrandet. D'Arrest glaubte das Zentrum teilweise aufgelöst zu
sehen, während Lord Rosse die hellen Flecken als einen nahen Sternhaufen von kleinen
Sternen interpretierte.
Die wahre Natur von M 64 wurde erst kürzlich entdeckt: In der Galaxie rotieren zwei
unabhängige Scheiben in unterschiedlicher Richtung! Beobachtungen mit dem Very Large
Array in New Mexico und dem Westerbork Synthesis Radio Telescope in den Niederlanden
zeigten, dass neutraler Wassestoff in der Kernregion von M 64 andersherum rotiert als der
Rest der Scheibe. Wo die beiden Scheiben sich aneinander reiben, verliert das Gas an
Drehimpuls und stürzt in den Kern der Galaxie. Dieser Prozess ruft die eigenartige
Struktur hervor. Er ist auch nicht stabil, sondern wird, so schätzt man, in etwa einer
Milliarde Jahren enden. Zu dem Zeitpunkt wird alles Gas aus beiden Scheiben ins Zentrum
gefallen sein und dort erneute Sternentstehung anregen. Es wird vermutet, dass die
Galaxie eine Gaswolke, vielleicht eine kleine elliptische Zwerggalaxie, eingefangen hat. Dieses
Material besass ungeordnete Bewegungen und verursachte eine konträre Rotation der
inneren Scheibe. Das System stabilisierte sich über einen Zeitraum und Sterne konnten
sich bilden. Solche gegenläfige Scheiben sind ässerst selten. Ein weiteres
bekanntes Exemplar ist die junge elliptische Galaxie NGC 4550 im Sternbild Virgo.
Die genaue Entfernung von M 64 ist nicht präzise ermittelt worden, aber sie scheint
bei ungefähr bei 20-25 Mio. Lichtjahren zu liegen. Die Rotverschiebung liegt bei
420 km/s, was etwa ein Drittel des Wertes für eine typische Galaxie des Virgohaufens ist.
Der scheinbare Durchmesser von 9.2' entspräche dann 60'000 Lichtjahre. Andere schreiben
M 64 eine Entfernung von 44 Mio. Lichtjahren zu, was etwa den doppelten Durchmesser zur Folge
hat.
Das Licht von M 64 ist etwas gelblicher als das von vielen anden Spiralgalaxien, die
integrierte Spektralklasse ist etwa G7.
| Galaxie:
M 64, NGC 4826, PGC 44182: Blackeye Galaxy |
| R.A.
12h 56m 42s
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Dec.
+21° 41' 00"
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v Mag.
8.5m
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Dim.
9.2'x4.6'
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SB
12.4m
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Type
(R)SA(rs)ab II-III
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PA
115°
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© 1996, Philipp Reza Heck
Wie findet man die Blackeye-Galaxie?
Auf das eher kleine und unscheinbare Sternbild Coma Berenices wird man meistens durch
den Coma Haufen aufmerksam. Von bloßem Auge erkennt man zwischen den Sternbildern
Leo und
Bootes einen relativ großflächigen
(300' Durchmesser) offenen Sternhaufen, den Coma Haufen.
Glücklicherweise befindet sich die Blackeye Galaxie in der Nähe eines hellen
Sterns, dem 5.1-m Stern 35 Com. Sie ist also unter mittleren Bedingungen auch ohne
Sucherfernrohr ziemlich gut zu lokalisieren.
35 Com liegt zwischen Alpha Com und dem Coma Haufen (siehe Auffindkarte). Ein knappes
Grad nordöstlich von 35 Com findet man schließlich Messier 64. Besonders mit
einem langbrennweitigem Weitwinkelokular ist die Galaxie schnell gefunden, hat man mal 35 Com
eingestellt.

Karte mithilfe von TheSky [pr2] erstellt.
Beschreibung bei 200mm Öffnung:
Im langbrennweitigen Weitwinkelokular, welches Sie vorzugsweise zum Auffinden des Objekts
verwendet haben, präsentiert sich die Galaxie in ihrer gesamten Ausdehnung und ihrer
Helligkeit - gehört sie doch zu den 12 hellsten Galaxien am Himmel. Die Größe
und Form lassen sich so auch gut erkennen.
Das große, dunkle Staubband, das eigentliche Blackeye, zeigt sich in mittleren
Amateurteleskopen bei höherer Vergrößerungen besonders deutlich. Das
langbrennweitige Okular sollte deshalb nach und nach gegen ein kurzbrennweitigeres
ausgewechselt werden. Mit meinem 20cm Schmidt-Cassegrain Teleskop zeigte sich das Blackeye
bei 226facher Vergrößerung besser als bei 135-facher. Der beste Kontrast ergibt sich
bei dieser Öffnung wahrscheinlich bei 150- bis 200fach, je nach Sichtbedingungen. Um das
Blackeye gut zu sehen, ist es ratsam auch bei der Verwendung eines kleinen Teleskops stark zu
vergrößern.
Bei optimaler Vergrößerung ist der Anblick der Blackeye-Galaxie traumhaft
schön. Meiner Meinung nach, zählt sie mit der Sombrero-Galaxie und NGC 4565 zu den
schönsten extragalaktischen Objekten, die ich bis jetzt beobachtet habe.
© 1996, Philipp Reza Heck
Beschreibung bei 500mm Öffnung:
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CCD-Aufnahme: SBIG ST-6, 500mm Newton, Sternwarte Bülach (Stefan Meister)
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20.12.2006 23:36 Uhr, Philipp Heck
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