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Lateinischer Name:
Coma Berenices
Deutscher Name:
Haar der Berenike
Com

Haar der Berenike

Karte
Benachbarte Sternbilder:
Boo CVn Leo UMa Vir
Kulmination um Mitternacht:
2. April
Deklinationsbereich:
13°N ... 33°N
Fläche am Himmel:
386°2
Atlas (2000.0) Karte
Cambridge Star Atlas: 5, 11
Sky Atlas: 6, 7, 13, 24
Uebersichtskarte von Alfred Binggeli

Mythologie und Geschichte:

Die Volkskunde, die wir heute über das Sternbild Coma Berenices kennen, stammt aus dem alten Ägypten. Die Legenden erzählen von der Königin Berenice, der Tochter des Königs Maegerse aus Cyrene. Sie war so von Kummer geplagt, weil ihr Gatte, König Ptolemaeus Euergetes in den Krieg gegen die Assyrer gezogen war. Sie gelobte ihre wunderschönen, langen, wallenden Haare dem Gott der Schönheit zu opfern, wenn ihr König wieder heil zurückkäme. Der König kam zurück und Berenice musste ihr Versprechen einlösen. Sie schnitt sich ihre Haare ab und legte sie in einen Tempel unter die wachsamen Augen der Tempelwächter.

In einer mondlosen Nacht, als das ganze Land in Dunkelheit gehüllt war, packte den König das Verlangen die langen, schönen Haare seiner Gattin wieder zu betrachten. Er ging zu dem Tempel und traf auf die Tempelwächter. Sie erzählten ihm, daß die Haare wenige Augenblicke zuvor verschwunden seien. Noch bevor der König wütend über die Unachtsamkeit der Wächter werden konnte, erzählten sie ihm flugs, die Götter seien so erfreut vom Opfer der Königin Berenice gewesen, daß sie ihren Haaren für alle Ewigkeit einen Platz am gestirnten Firmament schenkten. Dann zeigten die Wächter gen Himmel auf ein wunderschöne, lockere Ansammlung schwacher Sterne. Der König war zufrieden, daß er nun Berenices Haare sehen konnte, wann immer er Lust dazu hatte. [ay129]

Die Sage stammt zwar aus griechischer Zeit, doch das Sternbild wurde früher entweder zum Sternbild Leo oder zum Sternbild Virgo hinzugezählt. Erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts, kurz vor dem Tode Tycho Brahes, wurde es als eigenständiges Sternbild in seinen Katalog aufgenommen. [bk7]

Sternbild:

Der Hauptteil der königlichen Haarpracht wird von einem lockeren Sternhaufen mit rund 30 Mitgliedern gebildet, dem sogenannten Coma-Sternhaufen (Mel 111), der eine Ausdehnung von einigen Grad besitzt und am besten in einem Fernglas oder in einer sehr dunklen Gegend zu erkennen ist. Coma Berenices befindet sich westlich vom hellen Stern Arcturus vom Sternbild Bootes. Die hellsten Sterne gehören der 5. und 6. Größenklasse an und bilden ein auffälliges V. Der Haufen, dessen Sterne rund 250 Lichtjahre entfernt sind, liegt nahe bei gamma Comae, der selbst aber wohl nicht zum Haufen gehört. Darüber enthält das Sternbild noch eine andere Art von Haufen - einen Galaxienhaufen in etwa 400 Millionen Lichtjahren Entfernung. Das Sternbild Coma Berenices nimmt am Himmel einen Platz von 386 Quadratgrad ein. Es kulminiert jeweils etwa am 2. April um Mitternacht. [bk7, bk9, bk15]

Interessante Objekte:

Hellste Sterne:
alpha Comae Berenices, Diadem
beta Com
gamma Com

Offene Sternhaufen:
Mel 111: Coma Star Cluster

Kugelsternhaufen:
NGC 4147
  • M 53 & NGC 5053

    Galaxien:
    NGC 4032
    NGC 4064
    NGC 4136
    NGC 4150
    NGC 4152
    NGC 4158
    NGC 4162
  • M 98 & NGC 4186
  • NGC 4169/73/74/75:Hickson 61, The Box
    NGC 4203
    NGC 4212
    NGC 4237
    NGC 4245
    NGC 4251
  • M 99, NGC 4254
    NGC 4262
    NGC 4298 & 4302
    NGC 4274
    NGC 4278
    NGC 4283
    NGC 4293
    NGC 4314
  • M 100 & NGC 4312/22/28
    NGC 4340/50
    NGC 4377
    NGC 4379
  • M 85 & NGC 4394
    NGC 4383
    NGC 4405
    NGC 4414
    NGC 4419
    NGC 4448
    NGC 4450
    NGC 4455
    NGC 4459
    NGC 4474
    NGC 4477
    NGC 4494
  • M 88, NGC 4501
    NGC 4540
  • M 91, NGC 4548
    NGC 4559
    NGC 4561
    NGC 4565: Needle Galaxy
    NGC 4571
    NGC 4595
    NGC 4635
    NGC 4651
    NGC 4670
    NGC 4676a/b: The Mice
    NGC 4689
    NGC 4710
    NGC 4712
    NGC 4725
    NGC 4747
    NGC 4793
  • M 64, NGC 4826: Blackeye Galaxy
    NGC 4874/89 (in reichhaltigem Galaxienhaufen)
    NGC 4961
    NGC 5012
    NGC 5016
    NGC 5074
    NGC 5116
    NGC 5172



  • Literatur
    [ay129] The Starry Sky: Coma Berenices by Deborah Byrd; Astronomy 4/96, p.62
    [bk7] Der grosse Kosmos-Himmelsführer von Ian Ridpath und Wil Tirion; Kosmos Verlag; ISBN 3-440-05787-9
    [bk9] Drehbare Sternkarte SIRIUS von H. Suter-Haug; Hallwag-Verlag, Bern
    [bk15] Hartung's Astronomical Objects for Southern Telescopes by David Malin and David J. Frew; Melbourne University Press 1995; ISBN 0-522-84553-3


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    20.12.2006 23:36 Uhr, Bernd Nies

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