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Lateinischer Name: Aries |
Deutscher Name: Widder |
Ari |
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Widder
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| Kulmination um Mitternacht: |
| 20. Oktober |
| Deklinationsbereich: |
| 10°N ... 31°N |
| Fläche am Himmel: |
| 441°2 |
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| Atlas (2000.0) | | Karte |
| Cambridge Star Atlas | : |
2, 8 |
| Sky Atlas | : |
4, 10 |
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Mythologie und Geschichte:
Das Sternbild Aries lässt sich bis ins Altertum zurückverfolgen.
Obwohl es eher ein unscheinbares Sternbild ist, haben sich viele Legenden
darum gebildet.
Eine Legende stammt aus der griechischen Mythologie. Da war Aries der
Widder mit dem Goldenen Vlies. Einige sagen, dass dieser Widder der
König der Götter selbst sei: Zeus nahm vermutlich die Form eines
Widders an, um der Verfolgung durch die Riesen zu entfliehen.
[ay74]
In einer anderen Legende wurde der Widder von Hermes - dem Götterboten
und Gott des Schlafes und der Träume - gesandt um den Prinzen Phrixos und
dessen Schwester Helle zu retten. Die beiden waren die Kinder der
Wolkengöttin Nephele und des Herrschers von Orchomenos. Sie sollten auf
Wunsch der Geliebten des Vaters, Ino, geopfert werden. Der Widder versuchte
den Prinzen und die Prinzessin auf seinem Rücken durch die Luft über
Land und Meer zu tragen - doch Helle fiel zu Tode, während sich Phrixos
an des Widders Wolle festklammerte und sich dadurch retten konnte. Der Widder
trug den Prinzen in ein Land nahe dem Schwarzen Meer. (Die Meerenge
Dardanellen, zwischen der Ägäis und dem Marmarameer, trug aufgrund
dieser Legende im Altertum den Namen Hellespont.)
Der Widder befahl dann Phrixos, ihn den Göttern zu opfern und ihm
seine goldene Wolle abzunehmen. Phrixos überreichte das Vlies König
Aeetes, der es in ein geheiligtes Gehölz hing, wo es von einem schlaflosen
Drachen bewacht wurde. Das goldene Vlies war so strahlend hell, dass es das
Land nachts in goldenes Licht tauchte.
Später wurde das Goldene Vlies mit der Reise des Schiffes Argo, bemannt
mit Jason und seinen berühmten Argonauten - den Helden der griechischen
Sage - in Verbindung gebracht. Sie fuhren nach Kolchis um das Goldene Vlies zu
erobern. In der Zwischenzeit wurde dem Widder wegen seiner Freundlichkeit und
seiner Grosszügigkeit ein Platz unter den Sternen beschert.
Vielleicht sind die Sterne des Sternbilds Aries deshalb so dunkel, weil der
Widder sein strahlend helles Goldenes Vlies verlor, bevor der zwischen den
Sternen platziert wurde. [ay74]
Das Sternbild war für die Römer Aries; Ovid hat es
Phrixea Ovis (Schaf des Phrixos), andere haben es Portior Phrixi,
Phrixi Vector (soviel wie Fährmann des Phrixos) genannt. Nach der
goldenen Fellfarbe hat es Ovis aurea und Ovis auratus
geheissen.
An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass früher ein heute nicht
mehr anerkanntes Sternbild nördlich vom Widder existierte. Das Sternbild
hiess Musca Borealis (Nördliche Fliege). Andere Bezeichnungen
waren Fliege, Vespa (Wespe, Bremse) und Apis
(Biene).
Eine andere Auffassung meint, dass Aries die zum Teil modifizierte Figur
Beel-zebul darstellt. Beel-zebul oder Beelzebub ist eine
etymologische, aber nicht ganz gesicherte Ableitung von Baal-Zebub,
dem Herr der Fliegen. Eine andere Ableitung ist die der
phönikischen Gottesvorstellung: Baal der Fürst. Im Neuen
Testament (Matthäus 12, 24-27) sieht man im Beelzebub den obersten
Dämon, im Mittelalter hat man ihn als Patron der Magie und des Zaubers
aufgefasst; christliche Theologen haben ihn zum Fürst des Reiches der
Finsternis, zum Teufel, gewandelt. [bk20]
Die Araber sahen in den Sternen des Aries ein Schaf, die Chinesen einen Hund.
[bk7]
Sternbild:
Alpha, beta und gamma Arietis bilden eine gebogene Linie und
repräsentieren die Hörner des Widders. Diese Sterne sind nicht
wegen ihrer Helligkeit, sondern wegen ihres einfach zu merkenden Musters
auffallend. Aries befindet sich westlich vom auffälligen Siebengestirn,
den Pleiaden, gefolgt von Taurus. Die Sternbildfläche beträgt
441 Quadratgrad. Das Zentrum kulminiert um Mitternacht etwa am 20. Oktober.
[bk9, bk15]
Vor rund zwei Jahrtausenden überquerte die die Sonne in diesem
Sternbild den Himmelsäquator nach Norden. Dieser Schnittpunkt wurde
damals vielfach "Widderpunkt" genannt und markierte den Frühlingsanfang
auf der Nordhalbkugel der Erde. Von hier aus wird heute noch die
Rektaszension gezählt. Jedoch ist inzwischen der Widderpunkt, heute
Frühlingspunkt genannt, aufgrund der Präzessionsbewegung der
Erdachse inzwischen ins Sternbild der Fische gewandert. [bk7]
 |
Wanderung des Frühlingspunktes im Zeitraum von 1600 bis 2400 AD.
Gegenwärtig liegt er im Sternbild
Pisces und nähert sich
Aquarius.
(Abbildung aus [bk7], © Wil Tirion)
Interessante Objekte:
- Hellste Sterne:
- alpha Arietis, Hamal (Widder), Elnath (Der mit dem Horn Stossende)
- beta Ari, Elscheratain/Sheratan (Die beiden Zeichen)
- gamma Ari, Mesarthim/Mesartun (Die Bediente des Widders)
- delta Ari, Botein (Bächlein)
- epsilon Ari
- lambda Ari
- pi Ari
- Galaxien:
- NGC 697
- NGC 772
- NGC 821
- NGC 877
- NGC 972
- NGC 976
- NGC 1156
| Literatur |
| [ay74] | | The Starry Sky: Aries by Deborah Byrd; Astronomy 10/94, p.50 |
| [bk20] | | Sternbilder und ihre Mythen von Gerhard Fasching; Zweite, verbesserte Auflage; Springer Verlag Wien, New York; ISBN 3-211-82552-5 (Wien); ISBN 0-387-82552-5 (New York) |
| [bk7] | | Der grosse Kosmos-Himmelsführer von Ian Ridpath und Wil Tirion; Kosmos Verlag; ISBN 3-440-05787-9 |
| [bk9] | | Drehbare Sternkarte SIRIUS von H. Suter-Haug; Hallwag-Verlag, Bern |
| [bk15] | | Hartung's Astronomical Objects for Southern Telescopes by David Malin and David J. Frew; Melbourne University Press 1995; ISBN 0-522-84553-3 |