|
Rektaszension:
19h 18m 26s
|
Deklination:
+06° 32' 30"
|
| Atlas (2000.0) |
Karte |
| Cambridge Star Atlas |
12 |
| Sky Atlas |
16 |
| Uranometria Vol. I |
206 |
|
| Starchart at CalSKY.com |
Objektdaten:
 |
Abb. 1: CCD-Aufnahme mit dem Kitt-Peak 2.1-m-Teleskop, © 1987 Bruce Balick
(JPEG, 7.1kB)
NGC 6781 sind die leuchtetenden Überreste eines Roten Riesen, der vor mehreren
tausend Jahren sein Sternendasein aufgeben musste und schliesslich in das Stadium
eines Planetarischen Nebels überging.
Im für PN gebräuchlichen Klassifikationsschema von Vorontsov-Velyaminov
wird das Objekt als Typ IIIb+III bezeichnet. Eine unregelmässige Scheibe mit Spuren
einer Ringstruktur (IIIb) und eine unregelmässige Scheibe ohne Ringstruktur im
inneren Bereich. Diese Beschreibung entspricht auch dem Aussehen im Amateur-Teleskop
(siehe unten).
Der Ring ist eigentlich nur eine optische Täuschung, er existiert nicht wirklich. Wenn
man einen ringförmigen PN von der Seite anschauen würde, gliche er vielmehr einer
Sanduhr. Er sähe also ähnlich wie der Hantelnebel M 27 oder der Erdnussnebel
NGC 2371/2 aus! Da wir aber NGC 6781 von oben sehen, d.h. auf die Pole blicken, scheinen sich
die mehr oder weniger durchsichtigen Hälften zu 'überlagern'. Dies hat zur Folge,
dass wir eine Art Ring sehen.
Messungen der Radio- und Infrarotstrahlung von NGC 6781 haben gezeigt, dass im Nebel
nebst ionisierten Gasen auch Moleküle wie Kohlenmonoxid (CO) und Wasserstoff (H2)
vorhanden sind.
In Roger N. Clarks Buch Visual Astronomy of the Deep-Sky wird die Helligkeit des
Zentralsterns mit 15.5mag angegeben. Im Deep Sky Field Guide to Uranometria findet man
jedoch den Wert 16.2mag.
| Planetarischer Nebel:
NGC 6781, PK 41-2.1 |
| R.A.
19h 18m 26s
|
Dec.
+06° 32' 30"
|
Diam.
> 109"
|
p Mag.
11.8m
|
v Mag.
11.4m±
|
* Mag.
16.2m
|
© 1996, Philipp Reza Heck
Wie findet man NGC 6781?
Dieser Planetarische Nebel liegt im westlichen Flügel des Sternbilds Adler. Er liegt
eigentlich gerade auf der Flügelachse, also auf der Verbindungslinie vom 'Achsenkreuz'
des Adlers, Delta Aql (3.4 mag) mit der Flügelspitze Zeta Aql
(3.0 mag). Die eher geringe Flächenhelligkeit des Nebels setzt einen nicht allzu stark
lichtverschmutzten Himmel, ohne störenden Mond voraus, um den PN mit Erfolg zu finden.

Karte mithilfe von TheSky [pr2] erstellt.
Beobachtung mit 150mm Öffnung:
 |
Abb. 3: Zeichnung, 150mm Refraktor, 140x, O-III Filter (8.9.96 Beat Kohler)
Im 150mm-Refraktor bei etwa 140facher Vergrösserung und O-III Filter erscheint das
Objekt schwach. Strukturen sind nur unsicher zu erkennen, vermutlich ringartig. Die eine
Hälfte des Nebels wirkt jedoch deutlich heller.
© 1996, Beat Kohler
Beschreibung bei 200mm Öffnung:
 |
Abb. 4: Zeichnung, 200mm SCT, 226x, ohne Filter (Philipp Heck)
Wegen der beachtlichen Grösse von NGC 6781 beginnt man bei 200mm-Öffnung am
besten mit einer mittleren Vergrösserung - um 150fach herum. Schon bei kleinerer
Vergrösserung eine runde, fast kreisförmige Scheibe sichtbar. Bei genauerer
Beobachtung (über 220fach) macht sich eine deutliche Ringstruktur bemerkbar, wobei
der Ring im Süden dicker und heller ist. Im Norden scheint der Ring sich fast
aufzulösen. Innerhalb des Rings ist der Nebel deutlich schwächer. Die Verwendung
eines O-III-Filters bringt eine lohnende Kontrastverbesserung. Mit dem Filter zeigt sich im
Bereich innerhalb des Rings eine komplizierte Struktur. Der Zentralstern bleibt
unsichtbar.
Bei gutem Himmel ist NGC 6781 einer der interessantesten und schönsten PN's der mit
einem Amateur-Teleskop beobachtet werden kann.
© 1996, Philipp Reza Heck
|
20.12.2006 23:36 Uhr, Philipp Heck
|
|
|
|
|